Nachtflüge
Lufthansa und Fraport kämpfen um Notfall-Flugpläne

Nach dem Verbot von Nachtflügen in Frankfurt machen Flughafenbetreiber und Fluglinien ihrem Ärger Luft. Sie fürchten Millionenschäden - und müssen unter Zeitdruck ihre Flugpläne neu schreiben. Die Folgen sind verheerend.
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FrankfurtDie Strategen von Fraport hatten alles genau durchgerechnet: 14,2 Flüge sollten durchschnittlich jede Nacht über die Frankfurter Köpfe hinwegdonnern. In den Nächten zwischen Oktober und März, so die Kalkulation des Frankfurter Flughafenbetreibers, würden 1.594 Maschinen von Lufthansa Cargo abheben und landen, 315 Flieger von Night Express, 169 von Tui und 116 Maschinen der Fluggesellschaft Condor. So schrieb es das Fachblatt „Deutsche Logistik-Zeitung“ vor wenigen Tagen.

Alles vergebens. Der so genannte Winterflugplan, der ab Ende dieses Monats in Kraft treten sollte, war ausgefeilt bis ins letzte Detail - doch gestern machte der hessische Verwaltungsgerichtshof den Plänen von Luftlinien und Flughafenbetreiber einen Strich durch die Rechnung. Am Frankfurter Flughafen gilt nach den Klagen mehrerer Anwohner ab Ende Oktober vorerst ein Nachtflugverbot.

Die Einschränkung tritt mit Inbetriebnahme der neuen vierten Landebahn in Kraft. In der Zeit zwischen 23.00 und 5.00 Uhr dürften keine Maschinen mehr starten oder landen. Der Flughafenbetreiber Fraport nimmt die neue Bahn zu Beginn des Winterflugplans am 30. Oktober in Betrieb. Für die betroffenen Airlines ist die Entscheidung ein Schlag ins Gesicht.

Kommentare zu " Nachtflüge: Lufthansa und Fraport kämpfen um Notfall-Flugpläne"

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  • @GlobalisierungsGegner
    Fehlanzeige! Manager fliegen nicht um Mitternacht, aber Urlauber. Condor ist praktisch allein betroffen vom Nachtflugverbot.
    Und Luftfracht muss in der verkehrsarmen Zeit umgeschlagen werden, sonst sind die Kiwis aus Neuseeland, die Mangos und die anderen exotischen Südfrüchte nicht rechtzeitig am Morgen in den Geschäften für all die siebengescheiten Globalisierungsgegner. Von Post und Zulieferungen an die deutsche Industrie einmal ganz abgesehen.

  • Es geht sicher auch ohne diese paar Nachtflüge. Dann kommt halt ein bischen weniger Chinaschrott (alla Iphone und Ipad) nach Deutschland oder ein paar Manager weniger fliegen zu sinnlosen Meetings rund um die Welt.

  • Es ist erschreckend festzustellen das einige wenige Bürger in der Lage sind durch Klagen ganze Wirtschaftsteile Deutschlands lahm zu legen. Deutschland ist das einzige Land das dadurch keinen Großflughafen hat der im 24 Stunden Dienst arbeitet, als Airline würde ich versuchen jetzt Maastricht auszubauen das liegt logistisch noch in einem guten Bereich. Das Leute die wissentlich in die Nähe eines Flughfaens ziehen auch noch "Recht" bekommen ist erschreckend. Deutsche sind anscheinend gegen jeglichen Fortschritt, ob neue Bahnhöfe, Flughäfen, Autobahnen... weil diese Letue wohl meinen die Produkte die sie täglich zu sich nehmen wachsen im Geschäft und die Produkte die wir herstellen müssen ja als Exportnation auch zum Kunden kommen. Aber vielleicht merken sie es dann wenn dieses Geschäft ins Ausland verlagert wird und plötzlich der eigenen Arbeitsplatz weg ist... Ich hätte als Airline schon bei der Flugsteuer begonnen mir Gedanken über eine Verlagerung ins Ausland zu machen, da man in Deutschland offensichtlich zukünftig wieder mit Pferd und Kutsche fahren möchte...

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