Nachwirkung der Insolvenz
Schlecker-Familie zahlt Millionen

Nach dem Untergang der Drogeriemarkt-Kette Schlecker herrschte Streit zwischen der Unternehmerfamilie und dem Insolvenzverwalter. Jetzt haben sich die Parteien geeinigt. Anton Schlecker muss in seine Tasche greifen.
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Ehingen/StuttgartDie Pleite der Drogeriemarkt-Kette Schlecker im vergangenen Jahr war eine der größten Insolvenzen der Nachkriegsgeschichte. Über 5500 Filialen hatte das Unternehmen alleine in Deutschland, als der Insolvenzverwalter im Januar 2012 übernahm. Zwischen der Familie Anton Schleckers und dem Verwalter Arndt Geiwitz entbrannte danach ein Streit. Denn Schlecker hatte wohl sein zwei Millionen Euro teures Privathaus kurz vor der Pleite an seine Frau übertragen. Ein weiteres Grundstück soll an seinen Sohn gegangen sein.

Schlecker führte das einstige Drogerieimperium als sogenannter eingetragener Kaufmann, weswegen er mit seinem gesamten Privatvermögen haftet und dadurch die Gläubiger benachteiligt wurden.

Im Streit um das haben sich beide Seiten jetzt auf einen Vergleich geeinigt. Die Familie von Anton Schlecker zahlt 10,1 Millionen Euro, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Dienstag mitteilte. Damit werde zugleich ein komplizierter Gerichtsprozess verhindert. „Die Familie hat sich in dieser Sache sehr kooperativ verhalten“, sagte er.

Ein Jahr nach der Insolvenz der Drogeriemarkt-Kette Schlecker hatten etwa 3700 der zuletzt 5500 deutschen Filialen des Unternehmens leer gestanden. Das hatte eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Köln) für Handelsblatt Online ergeben. Die Hochrechnung basiert dabei auf Informationen zu mehr als 500 Filialen, die Handelsblatt-Online-Leser gesammelt hatten. Schlecker hatte am 23. Januar 2012 Insolvenz angemeldet.

„So viele Handelsflächen sind noch nie auf einen Rutsch auf den Markt gekommen“, beschreibt Michael Voigtländer, Immobilien-Experte des IW Köln, die außergewöhnliche Situation nach der Schlecker-Insolvenz. Für die Analyse hatte der Ökonom die Lage der Filialen mit Daten zur wirtschaftlichen Situation der einzelnen Gemeinden wie der Arbeitslosigkeit und der Bevölkerungsentwicklung verglichen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Richtig. Da wollten ein par Verkäuferinenn billig aus ersteigerter Insolvenzware (Drogerieartikel: verdirbt nicht) selbst gründen. Der tägliche Ärger "echter" Unternehemr mit aus dem Arbeitsmarktkartell gewerkschaftlich orgaiserter Schutzgelderpressung!

    http://central.banktunnel.eu/20130920-dns-amp-ddos-frankfurt.dynip.name.jpg

  • eigentlich ein INSOLVENZBETRUEGER der Herr und unsymphatisch
    obendrein. Aber NIX PASSIERT , schon eine skurille BRD haben wir, laufen denn da keine Anzeigen, schlaeft man in Stuttgart ,wir werden's wohl nie erfahren .

  • der clan hat dreistellige millionenbeträge auf der seite

    die hamn schließlich wie die andre jahrelang übers ausland eingekauft mit den üblichen trickasereien

    hoffentlich lacht sich alfons nicht schlapp und ins jenseits

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