Nahrungsmittelkonzern
Nestlé bleibt knapp unter den Erwartungen

Der Lebensmittelkonzern Nestlé steigert Umsatz und Gewinn, dennoch liegt das Quartalsergebnis unter den Prognosen. Die Analysten hatten sich von den Schweizern mehr erhofft – insbesondere beim organischen Wachstum.
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ZürichDer verregnete Frühling in Europa und eine lahmende Weltwirtschaft haben den Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé im ersten Halbjahr gebremst. Zwar stieg der Umsatz um gut fünf Prozent auf 45,2 Milliarden Franken und der Gewinn erhöhte sich um knapp vier Prozent auf 5,1 Milliarden Franken. Bei der wichtigsten Zielgröße, dem organischen Wachstum, blieb Nestlé jedoch hinter seinen eigenen Ansprüchen zurück und droht 2013 sein selbstgestecktes Ziel zu verfehlen. Bereinigt um Deviseneffekte und Übernahmen wuchs der Umsatz um lediglich 4,1 Prozent, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es noch 6,6 Prozent gewesen.

Der Weltmarktführer kann trotz seiner starken und weltbekannte Marken wie Nespresso-Kaffee, Kitkat-Schokoriegel und Maggi-Suppen die Preise nicht mehr so erhöhen wie er es gerne hätte. Konzernchef Paul Bulcke räumte das, wenn auch verklausuliert ein: Der Konzern habe die rückläufigen Rohstoffkosten genutzt, um den Erwartungen zunehmend preisbewusster Verbraucher zu entsprechen. Da half es auch nicht, dass die Ausgaben für Marketing beträchtlich erhöht wurden.

Auch das vor rund zehn Jahren gesetzte Ziel, jährlich ein organisches Wachstum von fünf bis sechs Prozent zu erzielen, gerät ins Wackeln. Nestlé rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum "um die fünf Prozent", allerdings in Verbindung mit einer besseren Marge und erhöhter Kapitaleffizienz. Das letzte Mal hatte Nestlé 2009 die Fünf-Prozent-Marke verpasst. Im vergangenen Jahr waren es noch 5,9 Prozent gewesen.

Die Schweizer blieben auch hinter den großen europäischen Rivalen zurück. Danone steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 6,5 Prozent und der Konsumgüterhersteller Unilever legte um fünf Prozent zu.

Im von schlechtem Wetter und hoher Arbeitslosigkeit in vielen Ländern geplagten Europa konnte Nestlé kaum zulegen. Das organische Wachstum lag gerade noch bei 0,5 Prozent. Amerika und Asien schnitten mit fünf Prozent etwas besser ab, aber auch da kam Nestlé langsamer voran. Das enttäuschende organische Wachstum sei vor allem auf die Entwicklung im Nestlé-Getränke-Geschäft und bei Fertiggerichten zurückzuführen, sagte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy. Aber auch das Wachstum in aufstrebenden Ländern habe sich abgeschwächt. Positiv sei, dass sich das operative Ergebnis um fast sieben Prozent verbessert habe und die Marge um 20 Basispunkte gestiegen sei.

Die Anleger blieben skeptisch. Im vorbörslichen Geschäft notierte die Nestlé-Aktie 1,4 Prozent schwächer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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