Nahrungsmittelmultis folgen dem Wellness-Trend
Hero-Konzern setzt auf gesunde Produkte

Nach einem Umbau des Konzerns konzentriert sich der Schweizer Nahrungsmittelhersteller Hero fast ausschließlich auf gesundheitsorientierte Produkte.

ire DÜSSELDORF. Schon wenige Monate nach der Markteinführung des neuen Fruchtdrinks „Fruit2day“ in Deutschland meldet die Hero-Tochter Schwartauer Werke rekordverdächtige Absatzzahlen. „Wir sind von dem Erfolg vollkommen überrascht und liegen weit über unseren Zielwerten“, sagte Hero-Chef Stefan F. Heidenreich dem Handelsblatt. Eine Einschätzung, die Branchenbeobachter bestätigen. Das im Besitz von Arend Oetker befindliche Unternehmen stoppte wegen der großen Nachfrage sogar die TV-Werbung. „Fruit2day“ ist ein gekühlter Fruchtdrink mit besonders viel Fruchtfleisch und natürlichen Vitaminen, der in kleinen Kunststoffflaschen verkauft wird.

Bereits in den Niederlanden überraschte Hero im vergangenen Jahr mit seinem Produkt Konkurrenz und Handel. Ergebnis: Insgesamt 20 Mill. Einheiten setzte Hero von „Fruit2day“ dort ab, 10 Mill. Packungen waren ursprünglich für Deutschland geplant. Der Erfolg des Produktes liegt im Trend der Welternährungsmesse Anuga, die ab Samstag in Köln ihre Pforten für Fachbesucher öffnet – und ganz im Zeichen von Wellness, Genuss und Convenience steht.

Auch Nahrungsmittelmultis wie Nestlé haben sich mit ihrer neuen Nutrition-Sparte (Marken: Nestlé Fitness, Nutren, Nesquik) schon ganz dem gesunden Genuss verschrieben. Die Eidgenossen erlösen sieben Mrd. Schweizer Franken mit Produkten, die einen gesundheitlichen Zusatznutzen versprechen. Auch Danone hat mit dem Joghurtdrink „Actimel“, der die Abwehrkräfte stärken soll, einen Umsatzrenner von rund einer Mrd. Euro im Portfolio. Die Franzosen schoben ob des anhaltenden Erfolges erst kürzlich den verdauungsregulierenden Joghurt „Activia“ nach. Von ihm erhofft sich Danone Umsatzzuwächse in ähnlicher Höhe.

Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln, die einfach in der Zubereitung und außerdem gesund und schmackhaft sind, hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Für Hero-Chef Heidenreich war es auch eine finanzielle Herausforderung, den Trend in neue Produkte umzusetzen. So kostet jede Anlage, die für die Produktion der Fruchtpürrees der Marke „Fruit2day“ eingesetzt wird, rund zehn Mill. Euro. Heidenreich hat gerade die dritte Produktionslinie in Betrieb genommen und hofft, dass ein langfristiger Exklusiv-Vertrag mit dem Maschinenbauer das Unternehmen noch eine Weile vor Nachahmerprodukten anderer Hersteller schützt. Zum Jahreswechsel steht ein Start von „Fruit2day“ in Großbritannien auf dem Plan. Dort ist diese Produktkategorie unter dem Namen „Smoothies“ schon seit Jahren ein Begriff.

Nach der Reduktion auf die vier Segmente „Frucht“, „Cerealien“, „Babynahrung“ und „Backdekorationen“ erzielte die Hero-Gruppe 2004 einen Umsatz von 880 Mill. Euro.

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