Naturathek
Neue Handelskette für Seele, Geist und Körper

Es gilt, eine Nische zu besetzen: mit Pflege- und Gesundheitsprodukten möchte sich die Health-Care-Ladenkette Naturathek auf dem wachsenden Markt etablieren. Die ersten Niederlassungen wurden bereits eröffnet, bundesweit folgen weitere. Das Unternehmen schließt dabei nach eigenen Angaben die Lücke zwischen Drogerien und Apotheken.

DÜSSELDORF. Eine neue Handelskette ist in Deutschland gestartet: Naturathek. Das Unternehmen in Hockenheim, das sich selbst als "Fachgeschäft für ganzheitlich gesundes Wohlbefinden“ bezeichnet und eine Nische im Health-Care-Markt besetzten will, hat seine ersten Filialen eröffnet: zwei in Berlin und je eine in Mainz, Sindelfingen und Worms. Für nächstes Jahr sind 25 bis 40 neue Filialen deutschlandweit geplant.

Naturathek ist ein Unternehmen der Esüdro AG. Diese gilt als eine der größten Einkaufsgesellschaften für Drogeriemärkte. Sie beliefert zurzeit 2 000 Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im Sortiment hat Naturathek hochwertige Kosmetika, Diätprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und Arzneien, die nicht rezeptpflichtig sind. "Wir bieten umfassende Lebensqualität“, erklärt Naturathek-Geschäftsführer Matthias Diehl. Beratung spiele eine wichtige Rolle. In den neuen Shops würden Kunden "alles finden, um die Gesundheit zu erhalten und um schön zu bleiben“, erklärt Christian Lengling, Geschäftsführer von Lencos Marketing Consulting, die das Konzept mitentwickelt hat. "Wir besetzten eine Nische zwischen Apotheken, in denen vor allem Kunden wegen Krankheiten Medikamente kaufen und Drogeriemärkten, bei denen es auch stark um den Preis geht“, sagt Lengling. Die Gesundheits- und Pflegeprodukte lägen preislich unter Parfümerie-Niveau, seien aber teurer als in Drogerien.

Geschäftsideen wie die von Naturathek liegen im Trend. "Die Nachfrage nach Naturheilkunde und alternativen Heilmethoden steigt“, erläutert Dirk Dreisbach, Konsumgütermarkt-Spezialist bei Accenture. Nahezu alle großen Drogeriemarktketten widmeten sich Naturheilkunde, Gesundheit und Wellness. Einem neuen Konzept müsse es daher gelingen, "sich hier deutlich von den bestehenden Formaten abzuheben“, sagt der Accenture -Manager.

Der Markt fürchtet die neuen Wettbewerber aus Hockenheim mit ihren edel designten Filialen nicht. Für die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA) ist die Abgrenzung zu Naturathek eindeutig: Von den 35 Mrd. Euro Umsatz, die die Apotheken jährlich verzeichnen, werden 25 Mrd. Euro mit verschreibungspflichtigen Medikamenten gemacht. Auch die Drogeriemärkte machen sich keine Sorgen: "Ich erwarte von solchen Wettbewerbern nicht sehr viel Dynamik“, meint Petra Schäfer, Geschäftsführerin von DM -Drogeriemarkt in Karlsruhe.

Ein Problem für Naturathek wird die Standortsuche sein. "Ein auf Naturheilkunde, Wellness und Beratung ausgerichtetes Konzept braucht Standorte in attraktiver Lage, die bezahlbar sind“, meint Dreisbach. Das Marktvolumen reiche aber nicht an das der Großen auf dem Drogeriemarkt heran. Ein weiteres Problem dürfte auf die Hockenheimer möglicherweise in der Schweiz warten. Dort gibt es bereits seit dem Frühjahr ein Unternehmen mit Namen Naturathek, eine Kooperation der schweizer Dropa- und Dromenta-Drogerien. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt zwar mehr auf homöopathischen Produkten, Schriftzug und Ladenkonzept ähneln dem deutschen aber sehr. Sollte sich der Plagiatsverdacht erhärten, haben die Schweizer rechtliche Schritte angekündigt.

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