„Neben Verkauf einzige Lösung“
Italien droht mit Liquidation der Alitalia

Für die italienische Fluglinie Alitalia wird es eng. Der Staat will seine Anteile verkaufen, findet aber keinen Abnehmer. Sollte nicht doch noch ein Käufer auftauchen, will die Regierung die seit Jahren defizitäre Gesellschaft sogar auflösen. Eine kleine Hoffnung besteht aber noch.

HB/tak/kk MAILAND.„Außer dem Verkauf gibt es nur die Liquidation“, sagte Finanzminister Tommaso Padoa-Schioppa der Zeitung „Corriere della Sera“ vom Donnerstag. „Es geht um ein Unternehmen, das Geld verliert und in das der Staat nicht noch mehr Geld stecken kann.“ Aktiv kann die Regierung die börsennotierte Alitalia allerdings nicht auflösen, ihr aber sehr wohl den Geldhahn zudrehen. Nur dank staatlicher Unterstützung hat die chronisch verlustbringende Linie die vergangenen Jahre überlebt.

Am Mittwoch war auch der letzte Bieter aus dem laufenden Verkaufsverfahren für Alitalia ausgestiegen. Daraufhin erklärte das Finanzministerium den seit sieben Monaten laufenden Prozess mangels Interessenten für gescheitert und teilte mit, nun werde nach Alternativen gesucht. Die Regierung in Rom hält 49,9 Prozent an dem Unternehmen. Die Alitalia-Führung berief für Freitag eine Krisensitzung ein.

Mit der italienischen Linie Air One war am Dienstagabend der Wunschkandidat der Römer ausgestiegen. Am Mittwoch dann sagte auch der Finanzinvestor Matlin Patterson ab, der schon einmal ausgeschieden war, dann aber zurückkehrte.

Verschiedene internationale Fluggesellschaften hoffen nun, dass die italienische Regierung Alitalia zu besseren Konditionen verkaufen wird. „Der bisherige Verkaufsprozess der Alitalia zeigt, dass es nicht ausreicht, ein nationaler Spitzenreiter zu sein. Die Übernahmebedingungen müssen stimmen, und die Restrukturierung muss angegangen worden sein“, sagte Stefano Sala, Luftfahrtexperte der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants dem Handelsblatt. Nach dem Rückzug aller Interessenten ergebe sich jetzt die Chance, die ursprünglichen Bedingungen des Privatisierungsverfahrens neu zu formulieren und in bilateralen Gesprächen einen Käufer für Alitalia zu finden.

Die Bedingungen waren auch Anlass für den Rückzug der zur AP Holding gehörenden Air One. „Die aktuellen Konditionen lassen nach Ansicht der AP Holding keine Entwicklung eines starken unternehmerischen Projekts zur Restrukturierung und zum Relaunch der Gesellschaft zu“, begründete die AP-Holding ihr Ausscheiden.

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