Negativschlagzeilen
Messen spielen Krisensignale herunter

Die Negativschlagzeilen in der Messebranche häufen sich. Ob Autos oder Gummibärchen, die Unternehmen setzen den Rotstift an. Wie groß die Probleme für die Branche werden, liegt auch am Branchenmix und dem Rhythmus der Veranstaltungen. Noch bleiben die Messegesellschaften gelassen - doch Notfallpläne liegen bereits in der Schublade.

DÜSSELDORF. Barcelona Auto Show und Tokio Motor Show stehen auf der Kippe. Opel kürzt die Mittel für die IAA um bis zu 30 Prozent. Haribo ist erstmals nicht auf der Kölner Süßwarenmesse vertreten. Die Maschinenmesse Austrotec in Graz ist abgesagt. Die Negativ-Schlagzeilen häufen sich, im Zuge der Finanzkrise gerät die Messebranche unter Druck: Aussteller sagen ihre Teilnahme an Veranstaltungen ab oder dampfen ihre Messestände ein. Besucher machen sich rar. "Die Messebranche muss sich auf einen Umsatzrückgang von 20 bis 30 Prozent einstellen", sagt Messeexperte Norbert Stoek von der Unternehmensberatung Roland Berger. Er rechnet damit, dass die Krise länger dauert und heftiger ausfällt als zunächst angenommen.

Die Messebranche hält solche Prognosen dagegen für weit übertrieben: "Wir rechnen allenfalls mit einem Minus in der Größenordnung von fünf Prozent," sagte ein Sprecher des Messeverbandes Auma. Die Veranstalter wollen die Krise nicht noch herbeireden: Miese Stimmung sei schlecht fürs Geschäft, meint Egon Galinnis, Chef der Messe Essen, könnten doch Gastveranstalter auf die Idee kommen, die Gunst der Stunde zu nutzen, um über die Konditionen zu reden, noch mehr Aussteller ihre Messebudgets kürzen oder sogar ganz fernbleiben.

Auch im europäischen Ausland läuten die Alarmglocken. "Wir rechnen erst im zweiten Halbjahr mit ersten Auswirkungen," sagt zwar ein Sprecher der Emeca, des Verbands der europäischen Messen. Das erste Halbjahr sei weitgehend gebucht. Auf den Auftritt an sich werde auch dann in der Regel nicht verzichtet, sagt René Kamm, Chef der Messe Schweiz AG. Am Drumherum, also dem Messestand, den Übernachtungen und der Dauer des Messebesuchs, werde aber schnell gespart.

In Ländern wie Spanien ist die Krise auf den Messeplätzen aber längst angekommen. "Das liegt vor allem am Platzen der spanischen Baublase, die auf die spanische Wirtschaft durchschlägt, und weniger an der aktuellen Finanzkrise," wiegelt der Emeca-Sprecher ab. Die Folgen für die Messebranche dürften aber die gleichen sein: Umsatzeinbrüche.

Vielfach liegt es schlicht am Branchenmix und dem Rhythmus der Veranstaltungen, wie groß die Probleme für die Messegesellschaften werden. So ist gerade in München die Bau 2009 mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Die Messe war erneut ausgebucht, von Finanzkrise sei nicht viel zu spüren gewesen, sagte Messe München-Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer. Kein Wunder: Die Baubranche profitiert angesichts zahlreicher Konjunkturprogramme durch neue Aufträge von der Krise.

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