Nespresso-Kapsel-Streit
Nestlé geht auf Kapsel-Konkurrenten los

Kaffeekapseln für Nespresso-Maschinen sind eine Goldgrube. Das Geschäft boomt, der Markt ist hart umkämpft. Seit Ende Mai bietet auch der Schweizer Händler Migros eine billige Alternative an - jetzt gibt es Streit.
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DüsseldorfNeue Runde im Kapsel-Zoff: Der Schweizer Händler Migros wird vom Nahrungsmittelgiganten Nestlé wegen einer Patentverletzung verklagt. Grund sind die Migros-Kaffeekapseln „Cafe Royal“, die mit Nespresso-Maschinen kompatibel - und günstiger als die Original-Kapseln - sind.

Seit Wochen hat Migros die Kapseln im Verkauf, während Nestlé dies der Coop-Tochter Fust und Denner zunächst gerichtlich verboten hatte. Das berichtet die Neue Züricher Zeitung (NZZ). Für die Migros-Kunden ändert die Nestlé-Klage vorerst nichts, denn die Kapseln werden so lange weiter verkauft, bis es einen Gerichtsentscheid gibt, sagte Migros-Sprecher Urs Peter Naef der NZZ. Der Konzern sei überzeugt davon, keine Marken- oder Patentrechte verletzt zu haben.

Nestlé, der Hersteller von Maggi-Tütensuppen und Kitkat-Schokoriegeln, hatte im Fall von Fust und Denner schneller gehandelt, und zunächst einen vorübergehenden Verkaufsstopp erzielt. Dennoch befindet sich das Schweizer Unternehmen offenbar in der Defensive, denn inzwischen dürfen die Konkurrenz-Kapseln vorläufig wieder verkauft werden.

Wie der Schweizer Tagesanzeiger berichtet, könnten die Original-Kapseln in Zukunft auch im regulären Einzelhandel statt wie bisher, in exklusiven Boutiquen in teuren Innenstadtlagen zu kaufen sein. Ein erster Testlauf in Genf und Lugano sei bereits erfolgreich verlaufen.

Nespresso war Vorreiter bei dem in Kapseln portionierten Kaffee und hat das Produkt mit zahlreichen Patenten geschützt. Das Unternehmen setzt auf ein Luxusimage: Die Kapseln werden nur in eleganten Boutiquen verkauft oder über das Internet an die Mitglieder des „Nespresso Clubs“.

Konkurrenten fechten Nespresso-Kapsel-Patent an

Schon im vergangenen September zogen mehrere Hersteller, die auf dem Nespresso-Markt mitmischen wollen, vor das EU-Patentamt. Ihr Ziel: Sie wollen den Nespresso-Patentschutz kippen. Demnach wenden sich Sarah Lee aus den USA, Casino aus Frankreich, die Ethical Coffee Company aus der Schweiz und Beyers Coffee aus Belgien gegen Nestlé. Sie alle bieten ebenfalls Kaffeekapseln an - günstiger und zum Teil auch solche, die in die Nespresso-Maschinen passen.

Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

Kommentare zu " Nespresso-Kapsel-Streit: Nestlé geht auf Kapsel-Konkurrenten los"

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  • man kann viel meckern, aber die Maschinen sind relativ billig, der Kaffee schmeckt vergleichsweise gut.

    Wer allerdings viel Kaffee trinkt versenkt extrem viel Geld, der sollte auf einen Automaten oder eine gute Siebträgermaschine ausweichen. Das ist trotz hoher Anschaffungskosten billiger - die kaffeemarken sind frei wählbar und weniger Müll produziert man obendrauf noch.

    Aber wie immer im Leben gibt es viele Möglichkeiten.

  • Mich wundert es weshalb die Kundschaft überhaupt auf so etwas eingeht. Der ganze Zirkus um Pads und immer aufwendigere Kapseln hat einzig und alleine die Verhinderung von Wettbewerb zur Folge. Als die Nachahmer-Pads nicht mehr zu verhindern waren kamen die schicken Kapseln auf. Als nächstes gibt es dann Kapseln mit Chip wie bei den Druckerpatronen? Das alles bezahlen die Kunden mit. Eine Menge vermeidbaren Abfalls gibt es auch noch dazu.

  • Bei uns funktioniert der Link zur Bildergalerie. Herzliche Grüße!

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