Nestlé kontra Mondelez
Nespresso zieht einen Trumpf im Kapsel-Zank

Espresso-Automaten werden Weihnachten unter manchem Baum zu finden sein. Doch wer glaubt, seine neue Nespresso-Maschine mit günstigen Kapseln von der Konkurrenz füttern zu können, sollte aufpassen.
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ZürichNespresso-Maschinen der neuesten Generation sind mit bestimmten Nachahmer-Kapseln nicht mehr kompatibel. Das hat ein Test der Schweizer Zeitung „Sonntags-Blick“ ergeben. Die Nestlé-Tochter hat den Anstichmechanismus bei einigen der Automaten so verändert, dass er bei manchen Kapseln der Konkurrenz nicht mehr richtig funktioniert. Diese treffe auf die neuen Modelle „U, Pixie und Insissia“ zu. Die Letztgenannte ist eine neue Maschine, die es bereits in Italien gibt und erst im kommenden Jahr in anderen europäischen Märkten vermarktet wird.

Nespresso bestätigte gegenüber Handelsblatt Online, dass im Juli bei den drei genannten Maschinen der Mechanismus verändert wurde. „Dies geschah, um den Anstich der Nespresso-Kapseln zu optimieren“, erklärte eine Sprecherin. Der Konzern reagiere damit auf Kritik von Verbrauchern. „Wir konstruieren die Maschinen aber nicht extra so, um andere Kapseln auszuschließen“, versicherte sie.

Laut Nespresso gäbe es mittlerweile weltweit 50 Nachahmer-Kapseln auf dem Markt. Nur bei einigen wenigen seien die Probleme aufgetreten. Wenn Wettbewerber damit werben, dass ihre Kapseln mit Nespresso-Maschinen funktionieren, so sei es deren Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Kapseln auch tatsächlich passen. 

Laut dem Test des „Sonntags-Blick“ funktionieren die Kapseln der Mondelez-Marke „Jacobs“ besonders schlecht. Bei sechs von zehn Versuchen würden die Kapseln von der Maschine zerquetscht. Mondelez hatte im Oktober mit einer großen Werbekampagne seine Jacobs-Kapseln lanciert.

Eine Sprecherin von Jacobs-Mutter Mondelez versichert: „Unsere Kapseln funktionieren problemlos mit den meisten am Markt erhältlichen Maschinen.“ Nur bei der ganz neuen Geräte-Generation gäbe es Probleme. „Hierfür haben wir aber eine technische Lösung entwickelt, dir wir so bald wie möglich auf den Markt bringen werden.“

Mondelez will keine Verunsicherung bei den Verbrauchern aufkommen lassen. Denn es geht um einen Milliarden-Markt. In spätestens sechs Jahren will der US-Konzern Nestlé im Kapselmarkt als Marktführer ablösen, lautete die selbstbewusste Ansage der Amerikaner.

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  • Und dieses optimale Preis-Leistungsverhältnis lässt sich die deutsche Durchschnittsheidi natürlich vom Konsumentschützer auswählen, vom TÜV bestätigen und vom Staat überwachen. Was drin ist - egal. Hauptsache optimal.

  • Hier sollte Nestlé aufpassen - Denn auf derartige offensichtliche Gängeleien reagiert König Kunde mitunter der Gestalt daß er sich kurzerhand "breitseitig" für Konkurrenzprodukte entscheidet.
    Und auf dem Markt setzt sich bekanntlich nicht automatisch der Beste durch - sondern meist das bessere Preis-Leistungsverhältnis.

  • @Felix: Das sehe ich ebenso! Gerade gestern wieder in der Mensa einen probiert. Kann man trinken aber der Kaffee aus meinem Vollautomaten schmeckt einfach um Welten besser!

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