Nestlé
Nespresso muss wegen unfairen Wettbewerbs zahlen

Nestlé hat offenbar schon wieder Hersteller behindert, deren Kaffeekapseln in Nespresso-Maschinen passen. Wegen Verleumdung wurde die Konzerntochter in Frankreich angeklagt und heute auch verurteilt.
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ParisDer Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé muss 500.000 Euro an seinen Konkurrenten Ethical Coffee zahlen. Ein Gericht in der französischen Hauptstadt Paris befand das Unternehmen heute schuldig, unfairen Wettbewerb gegen seinen Konkurrenten Ethical Coffee betrieben zu haben. Das ebenfalls schweizerische Unternehmen stellt Kaffee-Kapseln her, die in Nestlés Nespresso-Maschinen passen.

Wie Ethical Coffee-Gründer Jean-Paul Gaillard bestätigte, resultiert das Urteil aus einer Klage seines Unternehmens von 2012. Nestlé wurde beschuldigt, über den Nespresso Club, seine Online-Kanäle und die Maschinen-Hersteller eine Verleumdungskampagne gegen Ethical Coffee betrieben zu haben. Nestlé will Berufung gegen das Urteil einlegen, wie eine Sprecherin des Unternehmens schriftlich mitteilte.

Nespresso, Europas größter Hersteller von Kaffee-Kapseln, verliert bereits seit einiger Zeit Marktanteile. Konkurrenzunternehmen sind vor allem D.E. Master Blenders 1753, Mondelez International und Ethical Coffee. Grund dafür ist vor allem, dass einige der Nestlé-Patente auslaufen. Um dem entgegen zu wirken, brachte der Branchenriese neue Espresso-Geschmacksrichtungen auf den Markt und expandierte in die USA.

Erst im April konnte der Branchenriese eine Untersuchung der französischen Wettbewerbsbehörden zum Ende bringen. Teil der Schlussvereinbarung war, dass Nestlé die Behinderung anderer Kapselhersteller zurückfahren musste. Ein Viertel von Nespressos Umsatz erzielt Nestlé in Frankreich, sagte ein Beamter der Wettbewerbsbehörde.

Seit 2011 hat Nestlé keine Umsatzzahlen für Nespresso mehr veröffentlicht. Damals betrug der Jahresumsatz mindestens 3,5 Milliarden Schweizer Franken (2,9 Milliarden Euro). Die Marke konnte ihren Umsatz seitdem konstant um 500 Millionen Franken im Jahr steigern, teilte Nestlé auf einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche mit.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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