Nestle verliert an Umsatz
Kein Platz für höhere Preise

Der Schweizer Lebensmittelkonzern enttäuscht erneut die Erwartungen von Analysten: Nestle büßte 2014 deutlich an Umsatz ein – auch wegen des Deflationsdrucks. In den USA will der Konzern nun mit neuer Rezeptur punkten.
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ZürichEin schleppendes Geschäft in China und die flaue Konjunktur in Europa haben den Schweizer Nahrungsmittelriesen Nestle im vergangenen Jahr gebremst. Der Umsatz sank 2014 um 0,6 Prozent auf 91,6 Milliarden Franken, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Dass sich unter dem Strich ein Gewinnsprung um 4,4 Milliarden auf 14,5 Milliarden Franken ergab, war dem Verkauf der Beteiligung am französischen Kosmetikkonzern L'Oreal sowie der Neubewertung einer Beteiligung zu verdanken. Das operative Ergebnis stagnierte bei 14 Milliarden Franken.

Das organische Wachstum, das für den Konzern eine wichtige Kennzahl darstellt, sank auf 4,5 Prozent von 4,6 Prozent in Jahr zuvor. Nestle blieb zum zweiten Mal in Folge hinter seinem Mittelfristziel von fünf bis sechs Prozent Wachstum zurück. Im laufenden Jahr peilt Konzernchef Paul Bulcke ein organisches Wachstum von „rund fünf Prozent“ an. „Wir erwarten, dass 2015 ähnlich wie 2014 wird“, erklärte Bulcke.

Das Europageschäft bezeichnete Nestle als unbeständig. Ein im Laufe des Jahres steigender Deflationsdruck und ein sehr schwaches Konsumentenvertrauen habe den Spielraum für Preiserhöhungen eingeschränkt. In China habe Nestle auf die sich schnell ändernden Erwartungen der Verbraucher reagieren und seine Warenbeständen anpassen müssen.

Nestle hadert aber auch mit veränderten Verbraucherwünschen. In den USA reagierte das Unternehmen nun und kündigte an, bis Ende des Jahres für seine Schokoriegel nur noch natürliche Aromen und Farbstoffe zu verwenden.

Analysten hatten mit einem Umsatz von 91,4 Milliarden Franken und mit einem Gewinn von gut zehn Milliarden Franken gerechnet. Auch die Konsumgütergruppe Unilever sieht dieses Jahr kein stärkeres Wachstum als 2014. Der Konzern rechnet mit einer Zunahme des Umsatzes um zwei bis vier Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Deflationsdruck"

    Genau, In Erwartung dauerhaft sinkender Preise habe ich den Kauf von Kakaopulver auf das nächste halbe Jahr verschoben. *g*

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