Netzreaktionen auf Albrecht-Tod
„Essen verliert den (erfolg)reichsten Sohn“

Die Netzgemeinde trauert auf gewohnt amüsante Weise um den „(erfolg)reichsten“ Unternehmer des Landes, Karl Albrecht. Doch der Tod ruft auch Kritik am Führungsstil des Aldi-Gründers hervor.
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DüsseldorfNicht nur bei Aldi trauert man um Unternehmensgründer Karl Albrecht. Auch im Netz breiten sich erste Würdigungen des Gründergeistes aus. Albrecht hatte aus einem kleinen Tante-Emma-Laden seiner Eltern gemeinsam mit seinem Bruder Theo den Milliardenkonzern Aldi geschaffen.

„Der letzte deutsche Visionär ist tot“, schreibt Facebook-Nutzer Jøn Krymmjón. Er werde „direkt heute Abend eine Kerze vor meinem Lieblings-Aldi anzünden“. Albrecht habe sich mit seinen kleinen „Palästen der Republik“ bereits zu Lebzeiten ein würdiges Denk- und Mahnmal errichtet. Der Facebook-User Riccardo Ntl würdigt Albrecht als einen „der ganz großen Deutschen“.

Auch Nutzerin Peggy Hünninghaus spricht ihr Beileid aus, unkt aber auch gleich: „Jetzt wird es bestimmt schlechter und noch teurer.“ Ob es nun eine andere Unternehmenspolitik gibt, fragt sich auch Detlef Spandau in dem sozialen Netzwerk. Benni Good ist ebenfalls skeptisch: Aus ökonomischer Sicht sei der Tod kontraproduktiv für das Unternehmen. Ob alles beim Alten bleibe, werde man sehen.

Auch bei Twitter betrauern viele Nutzer den Tod des Discounter-Königs. Der User Simple Weird verabschiedet Karl und seinen Bruder Theo Albrecht mit den Worten: „Byebye, ihr Super-Aldi-Brothers“

Ein gebürtiger Essener schreibt, damit verliere seine Heimatstadt ihren (erfolg)reichsten Sohn. Es ist eine Anspielung darauf, dass die Aldi-Brüder in Essen ihre erste Filiale eröffneten und von dort zum Milliardenunternehmen ausbauten.

Bei Twitter machen sich aber auch die ersten Späße breit. So verweisen gleich mehrere Zwitscherer auf das veraltete Erbschaftsrecht und die Millionen, die der Bundesregierung durch den Tod entgehen könnte. Karl Albrechts Vermögen wurde auf mehrere Milliarden Euro geschätzt, er soll einer der reichsten Menschen Deutschlands gewesen sein.

Andere hingegen sehen in dem Tod Albrechts einen großen Vorteil für den deutschen Fiskus...

... und ein weiterer sogar für das deutsche Pro-Kopf-Einkommen:

Twitter-Nutzer Vic24 sorgt sich bereits um seine künftigen Einkäufe.

Wieder andere kritisieren die Unternehmenskommunikation. Die Aldi-Brüder galten als sehr verschwiegen, gaben keine Interviews und wurden nur sehr selten fotografiert. Auch der Tod von Karl Albrecht wurde erst am Montag, fünf Tage nach dem Ableben, bestätigt.

Das Netz wäre aber nicht das Netz, wenn es nicht auch schwarzen Humor nutzen würde. So zum Beispiel Tino Hahn. Er greift den Vorwurf auf, dass Aldi Süd seine Mitarbeiter bespitzelt haben soll, und kommentiert den Tod mit entsprechend bösen Worten.

Nutzer Twipsy verabschiedet sich ebenfalls auf eher krude Weise von dem Discounter-Gründer – und dann wiederum auch ganz im Stil eines Aldi-Mitarbeiters.

Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin
Alex Schneider
Alex Schneider
Handelsblatt Online / Freier Mitarbeiter

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