Neu-Delhi und Niederlande
Behörden verbieten Fahrdienst Uber

Der Vergewaltigungsfall einer Uber-Kundin erschüttert Indien. Der vermittelte Fahrer war wohl schon vorbestraft. In Neu-Delhi wird Uber nun verboten. Ebenso in den Niederlanden – allerdings aus ganz anderen Gründen.
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Neu Delhi/Den HaagVergewaltigungsvorwürfe in Indien, Gerichtsentscheidung in den Niederlanden – der Fahrdienst Uber hat am Montag Rückschläge hinnehmen müssen. Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer Passagierin durch einen Uber-Chauffeur verbot Indiens Hauptstadt Neu Delhi den Fahrdienst innerhalb der Stadtgrenzen. Ein Berufungsgericht in Den Haag erließ eine einstweilige Verfügung, derzufolge Uber für seine Dienstleistungen nur Geld verlangen darf, wenn sie von lizenzierten Taxifahrern angeboten werden.

Uber vermittelt über eine Smartphone-App vor allem private Fahrer. Von deren Entgelt für die Fahrt kassiert Uber einen Anteil. Mit ihrem Angebot ist die Firma zu einer Konkurrenz für herkömmliche Taxis geworden. Diese kritisieren, dass Uber die für sie geltenden Lizenzierungsbestimmungen umgehe.

Ein Uber-Chauffeur soll am Freitag in Indien eine Passagierin vergewaltigt haben. Als der 32-jährige Verdächtige vor Gericht erschien, erklärte ein Beamter, das Uber-Angebot werde in der Stadt Neu Delhi verboten. Das Gericht ordnete an, dass der Mann zur weiteren Befragung drei Tage in Haft bleibe.

Die 26-jährige Frau, Mitarbeiterin in einem Finanzunternehmen, hatte den Angaben zufolge am Freitag nach einem Geschäftsessen über die Uber-App das Taxi gerufen. Während der Fahrt sei sie eingeschlafen und in einer abgeschiedenen Gegend der Stadt Mathura in dem geparkten Auto aufgewacht. Der Taxifahrer habe sie bedroht und vergewaltigt, berichtete die Nachrichtenagentur PTI. Die Polizei prüfe Aussagen des Verdächtigen, er sei 2011 nach sieben Monaten im Gefängnis vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden.

Uber-Chef Travis Kalanick bot dem Opfer und dessen Familie Unterstützung an. Zugleich versprach er, Uber werde in Zusammenarbeit mit der Regierung ein Verfahren zur Überprüfung seiner Fahrer einführen. So etwas gebe es in den derzeitigen Lizenzverfahren für das indische Transportgewerbe noch nicht. Allerdings war nicht klar, ob Uber seine Fahrer jetzt schon prüft und ob der Verdächtige dann entdeckt worden wäre.

Die Richter in Den Haag entschieden, das Angebot UberPop verstoße gegen die niederländischen Bestimmungen für das Taxigewerbe. Danach dürften nur geprüfte Taxifahrer Geld für ihre Chauffeurdienste verlangen. Fahrer, die keine Lizenz hätten, dürften zwar auch Fahrgäste mitnehmen - aber nur unentgeltlich.

Mit ihrer Entscheidung gab das Gericht dem niederländischen Verkehrsministerium recht. Die Taxibestimmungen des Landes werden derzeit überprüft. Uber hatte beantragt, sein Angebot bis zu einem endgültigen Urteil aufrechterhalten zu dürfen. Der Prozess könnte mehr als ein Jahr dauern. Nach der Entscheidung war Uber zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Indien war schon immer feudal, hochgradig korrupt und sucht ständig nach dem leichtesten, höchst selten nach dem erfolgreichsten Weg, wenn er Mühsal verspricht. Es gibt sicherlich Ausnahmen von dieser Mentalität, aber egal ob Hindu, Moslem oder Christen, es fehlt einfach an Disziplin und Kontinuität. Wobei auffällt, dass von der Minderheit der Sikh relativ gesehen wesentlich mehr erfolgreich sind als unter den anderen Religionsgruppen, auch sind diese Sikh Inder im Durchschnitt körperlich wesentlich robuster und durchsetzungsstärker, kaum ein Unterschied zu Mitteleuropäern. Allerdings sind Sikh überwiegend elitär und rassistisch eingestellt, wenngleich der Sikhismus sehr viel für arme Leute tut, egal welcher Religion sie angehören.

    Unterschwelliger Rassismus ist in Indien Standard, es ist fast ein Volksport weiße europäische Haut übervorteilen zu wollen und um zu zeigen wie clever man ist. Das dadurch massiv Vertrauen zerstört wird und Chancen verspielt werden ist egal, die schnelle Rupie nicht die kontinuierliche Rupie wird üblicherweise bevorzugt. Andererseits herrscht ein weit verbreiteter Minderwertigkeitskomplex gegenüber weißer Haut. Nirgendwo werden mehr Bleichungscremes und kosmetische Hautaufheller gekauft wie in Indien. In den meisten indischen Fernsehkanälen sieht man so gut wie keine dunkle Hautfarbe bei den vor der Kamera agierenden Angestellten, im Gegensatz zu den normalen Straßenbildern in den Städten.
    Alles in allem kann Indien aufgrund der Mentalität seiner Menschen niemals so erfolgreich sein wie China. China war vor dreißig bis vierzig Jahren mindestens genauso arm wie Indien, ein wirtschaftlicher Systemwechsel und die andere Mentalität machen den Unterschied aus.
    Darum sollten wir auch nicht so blöde sein unsere erfolgreiche Mentalität durch Multikulti und Gender-Wahnsinn verwässern zu lassen!

  • Indien ist eine kranke Gesellschaft

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