Neuausrichtung der Premiummarke
Mit dem Billigflieger ins Nobelhotel

Während der Billigboom in der Luftfahrt anhält, sehen Reiseveranstalter einen deutlichen Aufwärtstrend auch bei vergleichsweise teuren Reisen. So liegt der Umsatz der Premiummarke Airtours für den laufenden Sommer um 15,6 Prozent über Vorjahresniveau, wie die Tochter von Europas größtem Reisekonzern Tui gestern mitteilte.

HB/ebe FRANKFURT/M. Was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, erklärt die Unternehmensberatung A.T. Kearney in einer aktuellen Tourismusstudie: Gut informierte Kunden würden auf der Suche nach dem besten Preis-Leistungsverhältnis zu „hybriden Konsumenten“, die bewusst einen Billigflieger auswählen, um ihr Luxusressort zu erreichen. „Wir sehen eine Marktpolarisierung zwischen Discount und Luxus, die das mittlere Preissegment nachhaltig schrumpfen lässt“, sagte A.T.-Kearney-Berater Stefan Höffinger.

Airtours will von diesem Trend profitieren und künftig nicht nur Reisen im privaten Learjet anbieten, sondern ab September 2005 auch Billigflüge in sein Programm aufnehmen. Flüge verschiedener Billigfluglinien seien dann mit Hotel-, Ausflug- und Rundreise-Angeboten frei kombinierbar, teilte Airtours mit. Auch andere Reiseveranstalter haben bereits angekündigt, die Anreisemöglichkeit zu ihren Zielgebieten auf Billigflieger auszuweiten. Traditionelle Fluglinien und insbesondere Chartergesellschaften, deren Angebot sich kaum von den Low-Cost-Carriern unterscheidet, geraten durch diese Entwicklung schwer unter Druck.

„Unsere Kunden finden immer mehr Gefallen daran, ein Luxushotel mit einem extrem preisgünstigen und gleichzeitig unkomplizierten Flug zu kombinieren“, sagte Airtours-Chef Michael Tenzer. Im Vorjahr seien bereits 320 000 Gäste mit einem Low-Cost-Carrier in Luxushotels geflogen.

„Unser Weg, auf Erlebnisorientierung zu setzen, hat sich als richtig erwiesen“, kommentierte Tenzer die Neuausrichtung der Premiummarke. Der missglückte Pilotversuch mit tagesaktuellen Reisepreisen hatte Airtours 2003 viele Kunden gekostet und im Markt zurückgeworfen. Nach einem Umsatz von 225 Mill. Euro im Vorjahr will die Tui-Tochter 2005 wieder zweistellig wachsen: mit Fincas, Landhotels, Privatjets – und Billigfliegern.

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