Neuausrichtung
Kamps will Nordsee zur Goldgrube machen

Der ehemalige Großbäcker Heiner Kamps will seinen neuesten Kauf, den Fischspezialisten Nordsee, binnen kürzester Zeit wesentlich profitabler machen. Erreichen will er das mit einer Abkehr von der Fast-Food-Strategie.

HB BREMERHAVEN. Für 2006 peile er eine Gewinnsteigerung von 40 Prozent und eine Umsatzsteigerung von 3,5 Prozent an (2005: 340 Mill. Euro). Bis 2008 werde er das Ergebnis schließlich von 16 Mill. Euro in 2005 auf dann 32 Mill. Euro verdoppeln, kündigte der Unternehmer am Donnerstag in Bremerhaven an. Kamps hatte die Fischrestaurant- und Handelskette mit 419 Filialen Anfang Oktober von der Kapitalgesellschaft Apax Partners übernommen.

Edelfische und Meeresdelikatessen sollen den Verbrauchern nach Vorstellung von Kamps künftig wieder Appetit machen, eine Filiale der Fischkette zu besuchen. „Die Orientierung an Fastfood-Ketten war falsch“, kritisierte der Düsseldorfer Unternehmer die Geschäftspolitik seiner Vorgänger in Bremerhaven.

Seine Gewinnerwartungen seien keinesfalls unrealistisch: „2001 lag das Ergebnis vor Steuern noch bei 40 Mill. Euro.“ Mit 30 Mill. Kunden und einem Bekanntheitsgrad von 84 Prozent habe die Nordsee eine sehr gute Ausgangsposition. Das Unternehmen zählt sich zu den führenden Fischspezialisten und Systemgastronomen in Europa.

Die Gewinnsteigerung will Kamps vor allem durch eine interne Neuausrichtung erreichen. Flache Hierarchien mit ihm selbst an der Spitze und mehr Eigenverantwortlichkeit in den einzelnen Filialen sollen das operative Geschäft und Ergebnis deutlich verbessern. „Allein durch den Verzicht auf einen mehrköpfigen Vorstand sparen wir zwei Mill. Euro im Jahr“, sagte Kamps.

Anders als bei der Großbäckerei Kamps werde er mit der Nordsee aber nicht an die Börse gehen, sagte Kamps. Der Kauf der Kette war zu 80 Prozent von seiner Kamps Food Retail GmbH und zu 20 Prozent von der japanischen Nomura-Bank finanziert worden. „Es kann hier nichts passieren ohne meine Zustimmung, das habe ich aus Kamps gelernt“, sagte der Unternehmer. Seine Bäckerei-Kette war 2002 nach schweren Verlusten von dem italienischen Nudelhersteller Barilla übernommen worden.

Den Kauf der Nordsee-Kette betrachtet Kamps als ideale Plattform für weitere Aktivitäten bei der Rückkehr in die Lebensmittelbranche. Nähere Angaben lehnte er mit Hinweis auf eine Pressekonferenz Ende Januar in Düsseldorf ab. Milchprodukte werde es bei der Nordsee aber auch künftig nicht geben, sagte er mit Hinweis auf seinen Mitgesellschafter bei Kamps Retail, den Molkerei-Unternehmer Theo Müller.

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