Neue Aktien sollen 5,75 Euro kosten
Einigung bekommt Karstadt-Aktie gut

Der Warenhauskonzern Karstadt-Quelle ist vorerst gerettet. Die dringend benötigte Kapitalerhöhung über mehr als 500 Millionen Euro wird nicht mehr blockiert und kann noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Der Bezugspreis für die neuen Aktien soll bei 5,75 Euro liegen. Damit sei auch die milliardenschwere Finanzierung des Sanierungskonzepts gesichert, so das Unternehmen.

HB DÜSSELDORF. Die Aktien des Karstadt-Quelle-Konzerns haben darauf am Freitag deutlich zugelegt. Die Papiere des Konzerns legten am Morgen um 2,57 % auf 9,97 € zu. IR-Chef Detlef Neveling sagte am Freitag, mit 535 Mill. € werde die Kapitalspritze nun 35 Mill. € mehr als ursprünglich geplant in die Kassen spülen. Das werde der zuletzt drastisch gesunkenen Eigenkapitalquote des Konzerns helfen. „Wir haben einen Aufschlag erreicht. Das zeigt, dass die Konsortialbanken Vertrauen in die Restrukturierung von Karstadt-Quelle haben“, sagte er. Der Verkaufsprospekt für die neuen Aktien sollte noch am Freitag gebilligt werden. Die Bezugsfrist soll dann am 30. November anlaufen und am 13. Dezember 2004 enden.

Karstadt-Quelle einigte sich nach eigenen Angaben mit den sechs Einzelaktionären, die Widerspruch gegen die - von der überwältigenden Mehrheit der Anteilseigner bereits beschlossene - Kapitalerhöhung eingelegt hatten. Demnach wollen die bislang opponierenden Aktionäre nicht weiter juristisch gegen die Finanzspritze vorgehen. „Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass es keine Rechtsmittel gegen die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung geben wird“, sagte Konzernsprecher Jörg Howe vor der Essener Konzernzentrale.

Im Gegenzug machte Karstadt-Quelle Zugeständnisse, die nach Unternehmensangaben aber keine finanziellen Zuwendungen einschließen. Vielmehr habe sich der Vorstand verpflichtet, dass der Ausgabekurs der neuen Aktien nicht unter 5,38 € liegen werde. Mit dieser Maßnahme solle ausgeschlossen werden, dass eine zusätzliche Kapitalerhöhung notwendig wird, die den Wert der Aktien weiter verwässern würde.

Der Bezugspreis für die neuen Anteilsscheine wurde nun mit je 5,75 € festgelegt, wie das Unternehmen mitteilte. Hätten die sechs Einzelaktionäre ihre Einwände nicht bis Freitag zurückgezogen, hätte das Verkaufsprospekt für die neuen Aktien nicht termingerecht veröffentlicht werden können. Letztlich wäre damit die geplante langfristige Kreditlinie über insgesamt 1,75 Mrd. € gefährdet gewesen, was nach den Worten von Aufsichtsratschef Middelhoff möglicherweise zur Insolvenz des Unternehmens geführt hätte.

Sobald die Kapitalmaßnahme abgeschlossen ist, werden die Gläubigerbanken nach Informationen aus Bankenkreisen allerdings auf Veränderungen im Karstadt-Quelle-Vorstand drängen. Unterschiedliche Signale kamen aus den Instituten zu der Frage, ob auch Konzernchef Christoph Achenbach seinen Platz räumen soll. Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff stärkte Achenbach demonstrativ den Rücken.

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