Neue Allianz statt Übernahme: Schweden soll aus der Randlage befreit werden
Railion und Green Cargo kooperieren

Im sich öffnenden europäischen Schienengüterverkehrsmarkt hat die Deutsche Bahn eine weitere Schlüsselposition besetzt. Die Bahn-Tochter Railion AG und die staatliche schwedische Güterbahn Green Cargo haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

HB GÖTEBORG. Mit einer engen Vernetzung wollen die Bahnen im Wettbewerb um wachsende Tonnage die Schiene besser und billiger als bisher ins Spiel bringen. Die neue Partnerschaft ist die Konsequenz aus den gescheiterten Plänen des deutschen Bahn-Konzerns, sich bei Green Cargo einzukaufen. Dagegen hatte sich in Schweden in Wirtschaft und Politik Widerstand formiert. Hintergrund war die Furcht über zu viel deutschen Einfluss im schwedischen Logistik-Markt, in dem bereits mit der auch zum Bahn-Konzern gehörenden Spedition Schenker sowie dem Deutsche-Post-Ableger DHL zwei starke Anbieter vom südlichen Ostseeufer aktiv sind.

„Privatisierung ist vorerst kein Thema mehr“, sagte Green-Cargo-Chef Jan Sundling vor Journalisten. Er machte aber kein Hehl daraus, dass er einen Einstieg von Railion begrüßt hätte. Norbert Bensel, Transport- und Logistikvorstand der Deutschen Bahn forciert dagegen einen Strategiewechsel des Konzerns bei der Europa-Expansion im Schienengüterverkehr: Statt mit hohem Kapitalaufwand über Akquisitionen in die nationalen Märkte zu gehen, strebe Railion künftig in erster Linie Partnerschaften mit anderen Bahnbetreibern in Europa an.

Wenn es gelinge, in Allianzen die Qualität des Güterverkehrs auf der Schiene wettbewerbsfähig zu machen, sei dies sinnvoller als Zukäufe, sagte Bensel. Railion hatte in den letzten Jahren die ehemals staatlichen Güterbahnen in Dänemark und den Niederlanden und außerdem eine kleine Privatbahn in Norditalien übernommen.

Der Strategiewechsel sei zwar aus der Not fehlgeschlagener Akquisitionen wie bei Green Cargo geboren, sei aber gleichwohl „sehr vernünftig“, urteilte Maria Leenen, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung SCI Verkehr: „Railion ist in Europa der stärkste Player im Schienengüterverkehr – mit dieser Marktmacht kann man kleinere Partner nachhaltig an sich binden“, sagte Leenen. Das sei sinnvoller als ein ruinöser Wettbewerb mehrerer Bahnen gegeneinander.

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