Neue Arbeitsverträge
Lufthansa spart bei Austrian-Mitarbeitern

Nach langem Streit macht die Lufthansa-Tochter Austrian nun Ernst. Für rund 2.000 Mitarbeiter werden die Verträge umgewandelt, um zukünftig bei ihren Gehältern sparen zu können. Die Gewerkschaft kündigt einen Exodus an.
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WienDie Lufthansa schafft Fakten im Streit um die Pilotengehälter ihrer defizitären Tochter Austrian (AUA). Die Tarifverträge von Piloten und Flugbegleitern könnten bereis ab Anfang Juli auf die Regionalflugtochter Tyrolean übertragen werden, sagte ein Austrian-Sprecher . Davon wären rund 2.000 Mitarbeiter betroffen, deren Gehälter damit nicht mehr - wie in den alten Austrian-Verträgen vereinbart - automatisch steigen würden. Voraussetzung dafür ist grünes Licht aus dem Austrian-Aufsichtsrat unter Führung von Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer, der den Wechsel heute formal absegnen soll.

Hintergrund ist der seit Monaten laufende Streit zwischen dem AUA-Management und dem fliegenden Personal über die geplanten Einsparungen. Der neue Austrian-Chef Jaan Albrecht will die 2009 von Lufthansa übernommene Fluggesellschaft mit einem bis zu 260 Millionen Euro schweren Sparpaket wieder auf Kurs bringen. Die Tarifverträge der Piloten und Flugbegleiter sind der einzige noch offene Punkt. Weil sich beide Seiten bislang nicht einigen konnten, leitet das Management nun die Übertragung der Tarifverträge in die Wege. Kreisen zufolge würde Austrian dadurch ab 2013 pro Jahr 45 Millionen Euro an zusätzlichen Personalkosten sparen.

Von dem sogenannten „Betriebsübergang“ sind nur Piloten und Flugbegleiter betroffen. Für die Boden-, Technik-, Marketing- und Verwaltungsmitarbeiter ändert sich nichts, ebenso bleibt Austrian Airlines als Holding unverändert bestehen. Die Gewerkschaft hat bereits mit Klagen und einem Massenexodus von Piloten gedroht, sollte das Management die Übertragung der Tarifverträge durchziehen. Grünes Licht aus dem Aufsichtsrat gilt indes als wahrscheinlich - zumal das zwölfköpfige Gremium nur mit vier Arbeitnehmervertretern

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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