Neue Beteiligung
TNT Post baut Briefnetz in Deutschland aus

Der niederländische Postkonzern TNT setzt seine millionenschwere Einkaufstour in Deutschland fort. Die Brieftochter TNT Post Deutschland beteiligt sich mit 25,1 Prozent an der 2006 gegründeten Citipost Ludwigsburg und erreicht damit nun 240 000 zusätzliche Haushalte im Großraum Stuttgart.

DÜSSELDORF. Den Preis für die Beteiligung wollte eine TNT-Sprecherin aber nicht nennen. TNT Post erreiche mit den eigenen 2 500 Zustellern und denen der 150 Zustellpartnerfirmen bereits mehr als 90 Prozent aller Haushalte in Deutschland, sagte sie. Im Markt für Direktwerbung sei TNT Post mit wöchentlich 41 Millionen Werbesendungen und 36 000 Prospektverteilern die Nummer zwei hinter der Deutschen Post. Erst kürzlich war TNT Post bei den regionalen Briefzustellern Ecoflash im Großraum München und Nordwest-Mail in Bremen mit jeweils 25,1 Prozent eingestiegen.

Die Konkurrenten der Deutschen Post versuchen, vor dem Ende des Briefmonopols am 31. Dezember 2007 ein möglichst dichtes Zustellnetz in Deutschland zu knüpfen. Neben TNT Post tritt vor allem die mehrheitlich zum Axel Springer Verlag gehörende PIN Group gegen den Ex-Monopolisten an. Springer hatte für die Aufstockung des Anteils an PIN von 23,5 auf 71,6 Prozent einen Kaufpreis von 510 Mill. Euro an die Verkäufer WAZ, Verlagsgruppe von Holtzbrinck und die Beteiligungsgesellschaft Rosalia gezahlt. PIN transportiert täglich 3,2 Mill. Sendungen und erzielte 2006 einen Umsatz von knapp 170 Mill. Euro.

TNT Post zahlte für seine Beteiligungen dagegen bislang deutlich weniger, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. TNT hat 2006 zwölf Briefdienste und den Postdienstleister Postcon übernommen, wie eine Sprecherin sagte. Schätzungsweise hat TNT dafür insgesamt rund 45 Mill. Euro ausgegeben. Allein für Postcon hat TNT 22 Mill. Euro bezahlt. Postcon mit Sitz in Berlin sortiert täglich 1,2 Mill. Briefe nach Postleitzahlen, um sie dann von der Deutschen Post zustellen zu lassen. Dafür erhält sie Rabatte, die sie an die Kunden weitergibt. Derzeit arbeitet Postcon für rund 1 000 Unternehmen.

Für regionale Briefdienste hat TNT noch weniger bezahlt. Den höchsten Preis erzielte die 2004 gegründete Stuttgarter Mail Express mit sechs Mill. Euro. Dies gilt angesichts des Transports von täglich nur 20 000 Briefen als strategischer Preis, da TNT damit in einer Landeshauptstadt vertreten ist. Für Turbo Post aus Neuruppin bei Berlin, die täglich 100 000 Briefe zustellt, legte TNT nur vier Mill. Euro auf den Tisch, hat dedoch auch nur 74 Prozent der Anteile erworben. Für die auch im April 2006 komplett erworbene CBS City Briefservice in Mönchengladbach gab TNT vier Mill. Euro aus. Drei Mill. Euro bezahlte TNT für die 1999 gegründete Ridas aus Ribnitz-Damgarten bei Rostock, die 60 000 Briefe täglich zustellt.

Unerwähnt bleiben im Geschäftsbericht dagegen die weiteren sieben Übernahmen und Beteiligungen, unter anderen die Trias in Osnabrück und Rheinland Brief aus Viersen. Möglicherweise hat der Kaufpreis unter einer Mill. Euro gelegen, ab dem eine Veröffentlichung vorgeschrieben ist. Für den 2005 gekauften Briefdienst Rheinkurier aus Frechen hat TNT drei Mill. Euro bezahlt.

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