Neue Datenaffäre
Post speicherte Krankendaten von Mitarbeitern

Die Datenschutzaffären in deutschen Unternehmen reißen nicht ab: In mindestens zwei Briefniederlassungen hat die Deutsche Post über Jahre hinweg elektronische Krankenakten von Mitarbeitern geführt. Gespeichert wurden auch intime Krankheitsdetails. Dabei sollen die Informationen über Krankheiten wie Depressionen und Herzerkrankungen sogar mit klaren Handlungsanweisungen verknüpft worden sein.

HB BONN. Die Post bestätigte am Wochenende einen Vorabbericht des „Spiegels“. Das Magazin schrieb von „einigen großen Briefniederlassungen“, in denen die Speicherungen vorgekommen seien. „Dies war nicht gesetzeskonform und geschah entgegen aller Richtlinien, die seit Jahren in unserem Konzern bestehen“, sagte eine Post-Sprecherin der AP am Wochenende. Sie sprach von einem „klaren Fehlverhalten einzelner Manager“.

Selbst intime Krankheitsdetails über Mitarbeiter sind offenbar auf den Post-Computern gespeichert worden: Neben genauen Beschreibungen von psychischen Erkrankungen wie Depressionen seien darunter auch Zustandsbeschreibungen von Mitarbeitern mit schweren Herzerkrankungen oder auch von Angestellten mit Darminfekten gewesen. Die Post-Sprecherin erklärte, man bedauere die Speicherung der Daten zutiefst und entschuldige sich bei den betroffenen Mitarbeitern.

Durch anonyme Mitarbeiterbeschwerden bekannt geworden

Die Krankheitsdaten und -beschreibungen seien auch mit klaren Handlungsempfehlungen verbunden gewesen: So heiße es in den Akten etwa, dass in Gesprächen auf die Patienten eingewirkt werden solle, in Vorruhestandsregelungen einzuwilligen oder ihr Tätigkeitsfeld im Unternehmen zu wechseln, zitierte der „Spiegel“ aus den Unterlagen.

Die Post-Sprecherin erklärte, die Fälle seien der Post im vergangenen Jahr durch anonyme Mitarbeiterbeschwerden bekannt geworden. „Dies hat uns gezeigt, dass unsere internen Kontrollmechanismen funktionieren“, sagte sie. Die Daten seien sofort gelöscht worden: „Beide Fälle sind erledigt.“ Dagegen verlangt die Gewerkschaft Verdi laut „Spiegel“, der Vorgang müsse jetzt „rigoros aufgeklärt“ werden.

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