Neue Filialen in Westeuropa
Aldi und Lidl auf Expansionskurs

Die deutschen Lebensmitteldiscounter Aldi und Lidl expandieren in einigen westeuropäischen Staaten. Die teuren Lebensmittel der traditionellen Anbieter und die Inflationsängste der Kunden eröffnen neue Möglichkeiten, heißt es in einem Medienbericht. Doch nicht in allen Ländern sind die Discounter erfolgreich.

Cs/mde/HB DÜSSELDORF. Die Discounter drängen in die Innenstädte der Nachbarländer vor und gewinnen Marktanteile. Hintergrund seien die Inflationsängste vieler Kunden, denen die Produkte in den herkömmlichen Supermärkten zu teuer geworden sind, berichtet die Zeitschrift "The Economist". Die Discounter seien auch deshalb eine Gefahr für die traditionellen Lebensmittelketten, weil sie immer mehr Markenartikel anbieten. Ausländische Supermarktketten wie Tesco, Delhaize oder Carrefour gerieten nun unter Preisdruck.

Das Geschäftsmodell der Discounter erlaube es, gerade in schwachen Konjunkturphasen zügig zu expandieren. Gute Chancen gebe es etwa in Frankreich, nachdem dort ein Gesetz geändert wurde, das Discounter bislang vom Markt fern hielt. Sogar in Großbritannien, wo Aldi und Lidl über Jahre ohne Bedeutung blieben, würden die deutschen Discounter laut „Economist“ schneller wachsen als alle anderen Konkurrenten.

Aldi hat jüngst angekündigt, in den kommenden fünf Jahren 1,5 Mrd. Britische Pfund (1,9 Mrd. Euro) zu investieren und 1100 neue Läden zu eröffnen. Lidl bereitet sich auf den Markteintritt in den USA vor.

Nicht in allen Ländern finden die deutschen Discounter allerdings Freunde. Im März musste Lidl erstmals den Rückzug aus einem seiner 23 Länder bekanntgeben: Das Filialnetz in Norwegen, das 50 Läden umfasst und in das die Neckarsulmer schon 75 Mill. Euro investiert hatten, wurde verkauft. Die traditionellen Händler des Landes hatten eine erfolgreiche Abwehrkampagne gegen die Billigkette betrieben.

Auch im Baltikum stoppte Lidl seine Expansionspläne. Bereits gekaufte Grundstücke wurden inzwischen wieder verkauft. Ebenso gilt das Geschäft in Schweden für Lidl als Verlustbringer. Überraschend schwer tun sich die Billigsupermärkte auch in Spanien - und das, obwohl sich auf der iberischen Halbinsel seit der Immobilien- und Finanzkrise das Konsumklima deutlich eingetrübt hat. Als erstes deutsches Unternehmen zog Tengelmann die Reißleine. Ihre Discountkette Plus, die es dort nie in die schwarzen Zahlen schaffte, verkauften die Mülheimer vor einem Jahr frustriert an Carrefour.

Nicht einmal in der Schweiz, wo Verbraucher seit langem überteuerte Preise in den Supermärkten beklagen, hat sich bislang zum Dorado für den Discount entwickelt. Zwar hat Aldi dort nach langem Zögern nun die Expansion gestartet, Wettbewerber Lidl aber rechnet erst 2009 mit dem Markteintritt in der Alpenrepublik. Angekündigt haben ihn die Neckarsulmer schon vor Jahren.

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