Neue Flugmarke
Tui-Billigairline fliegt weiter für Konkurrenz

Der Reisekonzern Tui erwartet nicht, dass er durch die Umbenennung seines Ferienfliegers Hapagfly und seiner Billig-Airline HLX in die neue Marke Tuifly in großem Umfang Passagiere verliert, für die konkurrierende Reiseveranstalter bisher bei den beiden deutschen Konzern-Fluggesellschaften gebucht haben. Lediglich der Reiseveranstalter Alltours überlegt abzuwandern.

ek / tak DÜSSELDORF. Der Chef des viertgrößten deutschen Touristikunternehmens Alltours, Willi Verhuven, hatte in einem Zeitungsinterview erklärt, er könne seine Kunden nicht mit einer Airline fliegen lassen, die – seit Jahresbeginn – den Namen des Wettbewerbers Tui trage.

Der Tui-Konzern rechnet trotzdem damit, dass Alltours seine bereits für den Sommer gebuchten Kontingente von 200 000 Plätzen wie vereinbart abruft, sagte ein Sprecher. Allerdings verzeichnet die zum Branchenzweiten Thomas Cook gehörende Fluggesellschaft Condor eine erhöhte Nachfrage von Alltours für die Urlaubsdestinationen Türkei, Kanarische Inseln, spanisches Festland und Ägypten, teilte das Unternehmen mit. Bisher habe Alltours bei Condor einen Umsatzanteil von sechs Prozent.

Ähnlich äußerte sich Air Berlin. In einem Interview sagte der Chef der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, Joachim Hunold, es gebe „wesentlich mehr Voranfragen für den nächsten Winter“. Konkreter wollte das Unternehmen nicht werden. Ein Sprecher der Ferienfluggesellschaft LTU verwies darauf, dass es im Flugprogramm zwischen den eigenen Flugzeugen und dem Tuifly-Netz wenig Übereinstimmungen gebe und insofern Verlagerungen von der ehemaligen Hapagfly auf den Düsseldorfer Carrier nicht so ohne weiteres möglich seien.

Das bestätigte auch ein Tui-Sprecher. Vielfach würden die Konzernfluggesellschaften Routen nur deshalb bedienen, weil sie von den konkurrierenden Reiseveranstaltern stark nachgefragt seien. Im übrigen habe der nach Alltours zweite Großkunde in der Pauschaltouristik, die Rewe-Gruppe, sich inzwischen dafür entschieden, die Urlauber weiter mit der Tui in die Ferien zu schicken.

„Rewe bleibt an Bord“, sagte der Sprecher. Am Montag hatte eine Konzernsprecherin der Rewe-Touristik, zu der unter anderem die Veranstalter ITS Reisen, Jahn Reisen, Tjaereborg und die Gruppe Deutsches Reisebüro mit dem Veranstalter Dertour zählt, noch erklärt: „Wir wollen nicht, dass unsere Kunden künftig mit Tui-Werbung berieselt werden.“ Doch nun werde das vereinbarte Kontingent von 100 000 Sitzplätzen in den Tui-Ferienfliegern nur um „ein paar tausend“ reduziert, sagte der Tui-Sprecher.

Insgesamt werde die Konzernflotte in der Sommersaison 5,6 Millionen Sitze in ihren Fliegern anbieten. Davon würden von den Reiseveranstaltern – ganz überwiegend den eigenen – 40 Prozent genutzt. 60 Prozent der Plätze gingen im individuellen Einzelverkauf weg. Tui-Chef Michael Frenzel hatte im Dezember 2006 bei der Verkündung der neuen Flugmarke Tuifly erklärt, man nehme Abwanderungen anderer Konzerne in Kauf, um letztlich Kapazitäten für eine Erhöhung des veranstalterunabhängigen Einzelverkaufs an Flugtickets zu bekommen.

Mit einer Dachmarken-Strategie war Thomas Cook vor Jahren gescheitert. Von 2002 bis 2004 flog Condor als „Thomas Cook Airlines“, musste das aber 2005 wieder zurücknehmen. 45 Prozent des Umsatzes fliegt Condor heute mit den konzerneigenen Reiseveranstaltern Thomas Cook, Neckermann und Bucher. 34 Prozent verkauft Condor direkt als Einzelplätze und 21 Prozent an Dritte wie eben Alltours.

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