Neue Gewinnprognose
Lufthansa enttäuscht die Anleger

Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa will die bisherige Gewinnprognose übertreffen. Trotz hoher Sonderposten für den Konzernumbau erwartet man einen deutlichen Gewinn. Die Anleger sind skeptisch.
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FrankfurtDie Lufthansa erwartet für das Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis von 600 bis 700 Millionen Euro. Das ist mehr als das ursprünglich ausgegeben Ziel, den operativen Ergebnis des Vorjahres von 524 Millionen Euro zu übertreffen. Dabei dürfte das Ergebnis immer noch von Ausgaben für den Konzernumbau in Höhe von 300 Millionen Euro belastet werden.

Nach den nun veröffentlichten Zahlen für die ersten drei Quartale blieb der Umsatz zuletzt mit 22,8 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Der operative Gewinn ging allerdings auf 660 Millionen Euro zurück, rund 250 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Dafür macht die Lufthansa in erster Linie Sondereffekte verantwortlich. Allein das Umbauprogramm Score schlägt mit 168 Millionen Euro zu Buche. Die Airline baut derzeit 3500 Stellen ab, um die Kosten zu drosseln.

Im Vorjahr hatte zudem die Übertragung der Austrian Airlines Strecken auf die Billigtochter Tyrolean Airways und abgegoltene Pensionsverpflichtungen der verkauften britischen Tochter British Midland (bmi) das Ergebnis um 325 Millionen Euro nach oben geschraubt.

Obwohl die Lufthansa die Anzahl der Flüge in den ersten neun Monaten reduziert hat, blieb die Passagierzahl konstant. Die Auslastung der Maschinen konnte nach Angaben der Lufthansa verbessert werden.. Negativ wirken sich nach Angaben des Unternehmens aber Wechselkurseffekte aus.

Auch an der Börse sind die Anleger von den neuesten Ankündigungen enttäuscht. Nach der Bekanntgabe der neuen Zahlen verlor die Lufthansa-Aktie rund 3,7 Prozent. Analysten waren von aber einem operativen Gewinn von durchschnittlich 973 Millionen Euro ausgegangen „Die Investoren hatten mehr erwartet,“ sagte ein Händler. „Das war jetzt kein Riesenschocker, aber erfreulich sind die Zahlen nicht.“ Da in der Prognose aber auch Sondereffekte enthalten seien, halte sich die Enttäuschung noch in Grenzen und der Kurs stabilisiere sich schon wieder etwas, ergänzte ein zweiter Börsianer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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