Neue Internetstrategie

Adidas verbietet Verkauf bei Ebay und Amazon

Adidas-Händler sollen ihre Produkte künftig nicht mehr über Ebay und Amazon verkaufen dürfen. Der Sportartikelhersteller will damit den Fachhandel und die eigene Website stärken.
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Adidas will seine Produkte künftig über die eigene Website und Fachhändler vertreiben. Quelle: dapd

Adidas will seine Produkte künftig über die eigene Website und Fachhändler vertreiben.

(Foto: dapd)

Düsseldorf, HerzogenaurachDer Sportartikelhersteller Adidas untersagt seinen Händlern künftig den Verkauf über Onlineplattformen wie Amazon oder Ebay. „Wir wollen sicherstellen, dass unsere Produkte über die Webseiten unserer Handelspartner oder unsere eigene Webseite verkauft wird“, bestätigte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch in Herzogenaurach einen entsprechenden Bericht des Brancheninformationsdienst „Markt intern“. Für diese zugelassenen Verkaufsseiten gelten detaillierte Vorgaben; nur dort werde die Ware angemessen präsentiert, erläuterte die Sprecherin.

Die neue Regelung für Adidas- wie Reebok-Produkte gilt europaweit spätestens ab 2013. „Grundsätzlich ist das Aus für Amazon und Ebay aus Sicht des Fachhandels positiv, da diese Plattformen kaum das richtige Umfeld für beratungsintensive Markenprodukte bieten“, kommentierte „Markt intern“-Experte Marcel Rotzoll. Eine ähnliche Strategie hatte Adidas bereits beim stationären Handel umgesetzt und etwa den Vertrieb über Einzelhandelsketten eingestellt.

Gegenüber Handelsblatt-Online begründete eine Adidas-Sprecherin die Entscheidung damit, dass das Verbot auf so genannten „offenen Marktplätzen“ gültig sei und bezieht sich auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichtes München. Dass dem Konzern dadurch Umsätze verloren gehen, glaubt sie nicht. „Die Kunden ja haben die Möglichkeit, in den Online-Shops unserer Handelspartner zu bestellen“. Dort sei gewährleistet, dass die Waren in einem entsprechenden Umfeld präsentiert werden, das „der Tiefe und Breite des Sortiments“ entspreche. Das sei so für die Zielgruppen am geeignetsten.

Geeignet ist diese Entscheidung am Ende wohl am ehesten für die Adidas-Handelspartner, die sich mit ihren eigenen, teils verwaisten Online-Shops über die Bestellungen von Kunden freuen, die Fußballschuhe und Jogginghosen nicht mehr bei Amazon oder Ebay kaufen können.

Handelsblatt-Online Leser kommentieren entsprechend ironisch: „Ja, Schuhe für 60 Euro bedürfen definitiv einer stundenlangen, intensiven Beratung“, schreibt „HerrEiche“ und „Adam Schmitz“ findet, dass „eine Badehose schon ein teuflisch komplexes Hi-Tech-Teil“ ist.

Adidas ist nicht der erste Markenhersteller, der seinen Händlern die Vertriebswege im Internet diktieren will. Doch meist hatten solche Vorgaben nicht lange Bestand. Bereits 2009 hatte der Schulranzenhersteller Scout seinen Händlern verboten, die Markenware über Ebay zu vertreiben. Das Berliner Landgericht entschied damals, dass eine Belieferung nicht abgelehnt werden kann, weil ein Artikel anschließend über Ebay verkauft wird. Eine solche Vorgabe sei wettbewerbswidrig.

  • dpa
  • ck
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25 Kommentare zu "Neue Internetstrategie: Adidas verbietet den Verkauf bei Ebay und Amazon"

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  • zumal die Ware ja auch irgendwann einmal die Tore von Adidas verlassen hat und hier wurde doch dann der vereinbarte Preis bezahlt. Wenn den Schuh nun jemand mit einem Euro Gewinn bei ebay verkaufen möchte...lasst Ihn doch.
    Schön, nur die Fachhändler profitieren lassen. Am besten zahlen die dafür auch noch eine "Lizenzgebühr" --> dann kann man noch einmal abkassieren :-)

  • Wie will Adidas das verbot durchsetzen? Bis dato ist Adidas nur wegen Markenverstößen vorgegangen http://www.ratgeberrecht.eu/abmahnung/abmahnung-adidas.html

    Soll jetzt jeder der Adidas verkauft wettbewerbsrechtlich abgemahnt werden?

  • Adidas geht genau den richtigen Weg! Amazon und ebay sind nur für Onlinehändler ohne eigene Identität. Ein ruinöser Preiskrieg ist die Folge. Am Schluß bleiben nur noch die Monopolisten.

  • Adidas wird sich damit sein eigenes Grab schaufeln den die konkurrenz schläft nicht. Viele die meinten etwas besseres zu sein sind am ende gescheitert und so wird es auch bei adidas sein. Weniger abverkäufe an ihren groß Kunden Garantiert da das Volk ganz bestimmt nicht einsieht einen Copa Mundial für 129,90€ zu kaufen da es diesen ja immer bei ebay für ca. 80€ gibt/gab. Außerdem verkaufen sich doch die Ganzen Blääfe wie Torfabrik nur bei ebay, welcher idiot kauft einen ball für 129 UVP im Fachhandel?? Keiner und deswegen wird bald eine Andere Sportmarke den Markt Räumen. DIE MENGE MACHT ES AUS
    Hätte ich nicht gedacht von Adidas, ich Persönlich werde die Marke ab 2012 nicht mehr tragen GARANTIERT

  • Es ist verwunderlich dass das ganze Thema erst jetzt hoch kocht. Viele Marken in der Unterhaltungselektronik untersagen ihren Händlern bereits seit 2 Jahren ihre Ware auf ebay und Amazon zu verkaufen. Einige haben neuerdings eingesehen, dass man auf Amazon kaum verzichten kann und beliefern diesen selber und fördern somit eine Konzentration im Onlinehandel. Die Wettbewerbsbehörden sollten die Praxis des Verbieten von Drittplattformen dringend untersuchen, da sonst die kleineren und mittleren Händler kaum eine Chance haben zu überleben

  • Das war's adidas. Ich kaufe keine Artikel mehr von euch. Genauso wie ich nichts mehr von Sternjakob oder anderen arrgoganten und ignoranten deutschen Herstellen kaufe, die glauben, der Markt müßte ich nach ihnen richten. Falls ihr es immer nicht begriffen habt: Die Kunden entscheiden, was und wo gekauft wird, nicht ihr. BASTA!

  • Wenn es wirklich um den Kunden und seine Kompetente Beratung ginge müsste konsequenterweise der Fernabsatz komplett eingestellt werden.

    Aber es wird adidas doch nur darum gehen mehr Wasser auf seine eigene Mühle zu lenken.

  • Also wenn ich an die Beratungsqualität und das Warenangebot unseres örtlichen Intersportladens denke, da kriege ich Pickel! Und wenn mir Adidas eben diese Beratung dann auch noch aufzwingen oder mich auf bisher kaum beachtenswerte Internetseiten umlenken will, dann mache ich eben an Adidas einen Haken! Klar, einen Jaguar würde ich auch nicht bei Ebay vermuten, aber Adidas ist nun mal nicht Jaguar sondern nur ein Laden, in dessen Schuhen ich ständig lese: "Made in China"
    Ranger Bob

  • Lieber xarry, ich glaube Sie verkennen die Situation. Ich habe nichts von verbieten geschrieben. Aber was ist die Folge von Billig,billig. Als erstes Entlassungen, zweitens Kürzung des Verdienstes,drittens nachlaßende Qualität.
    Den Preis eines Kleinwagens bezahlen wollen und dafür einen Porsche bekommen, funktioniert leider nicht.

  • Ist doch egal was sie kaufen und ob sie 15 oder 150 Euro für nen Turnschuh ausgeben.

    Letzenendes werden die doch alle von "Minderjährigen" bei den "Vorlieferanten" zusammengeklebt.

    Aber bei Markenherstellern passiert das auf keinen Fall! Der selbsterstellte code of conduct sowie die Hochglanzbroschüren haben immerhin ne Stange Geld gekostet und stellen sicher, dass unterernährte Kinder wenigstens Vitamintabletten gegen die Symptome von Unterernährung bekommen.

    Es wäre schon fast lustig wenn es nicht der Realität entspräche.

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