Neue komplexe IT-Plattform
Tui plant Urlaub just in time

Die Tui AG plant fundamentale Änderungen in ihrem wichtigsten Geschäftsfeld Touristik. Das verlautete am Dienstag aus Unternehmenskreisen. Statt wie branchenüblich Hotelbetten und Flugzeugsitze für eine Reisesaison komplett im Voraus zu reservieren, will Europas größter Touristikkonzern Betten und Sitzplätze künftig erst dann bestellen, wenn eine entsprechende Buchung von Kunden vorliegt.

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Mit diesem „Just-in-time-Prinzip“ will Tui-Konzernchef Michael Frenzel das Risiko nicht ausgelasteter Kapazitäten reduzieren und die Rentabilität der Reisesparte aufbessern. Auf der Hauptversammlung im Mai hatte Frenzel in Aussicht gestellt, das operative Ergebnis der Touristiksparte bis 2008 auf rund 700 Mill. Euro annähernd zu verdoppeln. Die neue Organisation wird einen entscheidenden Anteil dabei haben. Zwischenzeitlich hatte die Tui ihre Logistiktochter Hapag-Lloyd mit dem Zukauf der Reederei CP Ships gestärkt, um ein sicheres zweites Standbein neben der margenschwachen Touristik aufzubauen.

Das bisher stark auf den klassischen Pauschalurlaub ausgerichtete Geschäft der Tui erhält angesichts der Wachstumssprünge bei vom Kunden selbst zusammengestellten Reisen einen neuen Anstrich: Kern des bei Tui Deutschland angelaufenen Strukturprojekts „Pelikan“ ist eine neue IT-Plattform, die eine flexible Zusammenstellung einzelner Reisebausteine wie Flug, Hotel oder Mietwagen in großem Stil ermöglichen soll. Fachleute erwarten, dass diese Umstellung wegen ihrer Komplexität nicht vor 2007 zu schaffen ist.

Der Innovationsschritt geht einher mit einem Umbau der deutschen Organisation. Nach Handelsblatt-Informationen aus Unternehmenskreisen wird Deutschlandchef Volker Böttcher bei einer Führungskräftetagung heute Einzelheiten vorstellen. Die komplette Belegschaft soll auf einer Betriebsversammlung am Donnerstag informiert werden. Branchenexperten rechnen damit, dass in der neuen Tui-Logik vor allem die Chefs diverser Töchter, die bisher weitgehend selbstständig operieren, an Einfluss verlieren werden. Erste Signale einer Portfolio-Straffung hat die Tui, die quer durch Europa mit mehr als 80 Marken jongliert, bereits gesetzt: So wurde der Ferienhausspezialist Wolters Reisen in das Onlineportal Tui-Ferienhaus.de integriert.

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