Neue Konzentration der Luftfahrtkonzerne
Lufthansa lässt sich nicht schocken

Die grundlegende Neuordnung der Branche nimmt Gestalt an. Erst Swiss und British Airways, jetzt Air France mit KLM: Auf den ersten Blick schließt sich der Kreis um die Lufthansa und ihren Heimatmarkt in Mitteleuropa immer enger.

HB FRANKFURT/HAMBURG. Dennoch bleibt das Management in Frankfurt gelassen. „Die Konzentration ist ein Prozess, der sich schon seit Jahren abgezeichnet hat“, kommentierte Konzernsprecher Thomas Jachnow am Dienstag die Allianz zwischen Paris und Amsterdam.

Dass Lufthansa zwar interessiert, aber ohne Unruhe auf den Konzentrationsprozess schauen kann, hat mehrere Ursachen: Dazu zählt vor allem die Zusammenarbeit in der Star Alliance. Das Bündnis startete 1997 mit Air Canada, Lufthansa, SAS, Thai Airways International und United Airlines. Heute gehören 16 Gesellschaften aus aller Welt zu dem Verbund. Mit Blick auf die Fusion von KLM und Air France und den Beitritt von Swiss zur Oneworld zahlt sich für Lufthansa jetzt vor allem die europäische Ebene der Star Alliance aus. Durch die Partner Spanair, British Midland, Austrian, SAS und LOT ist das Frankfurter Unternehmen auf allen europäischen Märkten präsent.

Die Allianz beschränkt sich dabei nicht nur auf Vielfliegerprogramme, Wartelounges und Werbegeschenke. „Wir haben eine Kooperationstiefe erreicht, die einzigartig ist“, schätzt Jachnow die Zusammenarbeit zum Beispiel beim Einkauf ein. Dennoch blieb die Lufthansa bei aller Kooperationsbereitschaft besonnen - um auch vor Insolvenzen bei den Partnern geschützt zu sein.

Trotz einer guten Marktposition kämpft auch die größte deutsche Fluggesellschaft mit Konjunkturkrise und Billigfliegern, schickte Angestellte in Kurzarbeit und Pilotennachwuchs zunächst in die berufliche Warteschleife. Dennoch blieb stets die Maxime, im Gegensatz zu anderen Fluggesellschaften auf Massenentlassungen zu verzichten, um beim Anziehen des Geschäftes sofort wieder die Kapazitäten hochfahren zu können.

Wie notwendig diese Strategie ist, zeigte sich bei der Sars-Krise. Hier brach der Markt innerhalb weniger Wochen drastisch ein. Vier Monate nach Ende der Epidemie hat sich das Geschäft fast vollständig erholt. Einen Piloten auszubilden, dauert dagegen mehr als zwei Jahre.

Neben der Kooperation im Star-Verbund setzt das Unternehmen auch auf eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Kooperationspartnern. Außerdem konzentrierte sich der ehemalige Vorstandsvorsitzende Jürgen Weber frühzeitig auf neue Ziele. So fliegt der Konzern beispielsweise vorneweg, wenn es um Verbindungen nach China geht. Das Reich der Mitte gehört zu den wichtigsten Zukunftsmärkten der Luftfahrt. Hier bietet Lufthansa nicht nur Passagier- und Frachtflüge an, sondern kooperiert mit den Chinesen auch bei der Flugzeugwartung.

Diese Strategie pflegt das Unternehmen auch in anderen Bereichen: Der Konzern bietet Kunden aus aller Welt Dienstleistungen rund um die Luftfahrt an: Dazu gehören Flugzeugwartung, Bordverpflegung oder Consultingservice.

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