Neue Lufthansa-Baustelle
Fluggesellschaft will Kündigungsschutz lockern

Eine neue Tarifbaustelle für die Lufthansa: Weil sie den Kündigungsschutz für bestimmte Mitarbeiter loswerden möchte, kündigte die Fluggesellschaft ein Tarifvertragschutzabkommen. Verdi kündigte Protest an.

Frankfurt/BerlinDie Lufthansa steht vor dem nächsten Konflikt mit ihren Arbeitnehmern. „Wir haben das Tarifvertragschutzabkommen Boden gekündigt, mit Wirkung zum Juli 2016“, sagte ein Konzernsprecher am Freitag und bestätigte damit Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“. Demnach geht es darum, den Kündigungsschutz von langjährigen Beschäftigten einzuschränken.

Der Lufthansa-Vertreter sprach von einem „notwendigen Schritt“, um ein neues System mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auszuhandeln. „Wir wollen es nicht loswerden, sondern reformieren.“ Verdi kündigte bereits Protest an. „Das ist ein klarer Angriff auf die Arbeitnehmer im Lufthansa-Konzern und wir werden das nicht hinnehmen“, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Lufthansa geht es vor allem darum, eine Klausel zu streichen, die bestimmten Mitarbeitern hohen Kündigungsschutz garantiert. Denn Angestellte in der Passagierabfertigung, Ticketabrechnung oder Wartung dürfen nicht betriebsbedingt gekündigt werden, wenn sie länger als 15 Jahre im Unternehmen sind und ihr Job oder ihre Abteilung wegfallen soll.

Wie der „Spiegel“ weiter berichtete, muss die Airline sie stattdessen bis zu drei Jahre weiterbeschäftigen und versuchen, ihnen in dieser Zeit einen Ersatzarbeitsplatz zu vermitteln. Erst wenn dies scheitert, können die Mitarbeiter entlassen werden. Ziel sei es, diese Klausel zu „reformieren“, sagte der Konzernsprecher. Er fügte hinzu, der Manteltarifvertrag bleibe in Kraft und die Lufthansa werde sozialverträgliche Standards aufrechterhalten.

Bei der Airline hatten die Tarifkonflikte mit den Piloten und Flugbegleitern wiederholt zu Streiks mit massiven Flugausfällen geführt. Im November gab es den größten Ausstand in der Geschichte der Lufthansa.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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