Neue Öffnungszeiten beflügeln Weihnachtsgeschäft
Einzelhandel zeigt sich zufrieden

Beflügelt von längeren Öffnungszeiten ist das Weihnachtsgeschäft am ersten Adventswochenende in Schwung gekommen. Die Erwartungen der Händler hätten sich erfüllt, sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbandes HDE, Hubertus Pellengahr, am Sonntag in Berlin.

HB BERLIN. Dazu hätten auch die längeren Öffnungszeiten in mehreren Bundesländern beigetragen. Winterkleidung blieb wegen der milden Temperaturen in den Regalen liegen. Renner waren dagegen nach Auskunft des HDE Flachbildschirm-Fernseher, Projektoren, Laptops, mobile Navigationsgeräte und Kaffeemaschinen. Für die Monate November und Dezember erwartet der Verband im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Umsatzplus von etwa zwei Prozent.

Die Kaufhäuser meldeten unterschiedlichen Andrang. Nach einer dpa- Umfrage gab es vielerorts einen Ansturm auf Süßigkeiten, CDs und Bücher zum Nikolaustag. Gelohnt hat sich in Berlin die Ladenöffnung am Freitag bis 22.00 Uhr. „Wir sind mit dem Umsatz sehr zufrieden“, äußerte die Geschäftsführerin der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz, Anne Blättermann. „Die Filialen waren voll. Die Konsumneigung ist erfreulicherweise sehr groß“, sagte Karstadt-Sprecher Jörg Howe der dpa. „Dieses Wochenende dürfte das umsatzstärkste des Jahres gewesen sein“. Dabei habe Karstadt auch von den längeren Öffnungszeiten profitiert.

„In den Großstädten waren die Geschäfte voll, während viele kleine Städte mitunter sehr enttäuscht waren“, sagte eine Sprecherin des Einzelhandelsverbandes in Stuttgart. In den größeren Metropolen habe sich die positive Stimmung auf dem Arbeitsmarkt offenbar niedergeschlagen. Viele Händler klagten über die milden Temperaturen, die das Interesse an Mänteln und Stiefeln schwinden ließen. „Es muss dringend kälter werden“, hieß es beim Verband der Kaufleute in Magdeburg.

Anders dagegen in Bayern: Der Sprecher des bayerischen Einzelhandelsverbandes, Bernd Ohlmann, konnte sich über kältere Temperaturen freuen, die auch zum Kauf von wärmerer Kleidung animierten. „In den Vortagen lag die Winterbekleidung noch wie Blei in den Regalen.“ Gefragt waren auch Dekorationsartikel: „Alles, was dazu dient, das Heim im Hinblick auf Weihnachten so gemütlich wie möglich zu machen, ist gut weggegangen“, sagte der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Hannover-Hildesheim, Ullrich Thiemann.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien Bitkom rechnet trotz längerer Ladenöffnungszeiten mit einem weiterhin kräftigen Wachstum im Online- Handel. „Die längeren Ladenöffnungszeiten werden dem Online-Handel nicht schaden“, sagt Florian Koch, E-Business-Experte des Bitkom, im Gespräch mit dem „Tagesspiegel am Sonntag“. „Wir gehen davon aus, dass in diesem Weihnachtsgeschäft rund acht Milliarden Euro im Internet umgesetzt werden“, prognostiziert Koch. Die Online-Händler machten rund ein Fünftel ihres Geschäfts in den Monaten November und Dezember.

Die Gewerkschaft Verdi beharrt auf Zuschlägen für das Verkaufspersonal bei erweiterten Öffnungszeiten im Handel. „Wer abends noch länger im Laden stehen soll, muss dafür auch angemessene Zuschläge bekommen“, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane dem „Tagesspiegel am Sonntag“.

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