Neue Offerte für den britischen Einzelhändler wird erst nächste Woche erwartet
Green lässt sich mit Marks & Spencer Zeit

Der britische Milliardär Philip Green lässt sich mit dem erwarteten zweiten Versuch zur Übernahme von Marks & Spencer (M&S) Zeit. Green dürfte nach Ansicht von Experten aus der Londoner City erst in der kommenden Woche ein verbessertes Angebot für den britischen Einzelhändler auf den Tisch legen.

fs LONDON. Diese Woche dürfte Green vor allem damit verbringen, mit den größten Aktionären von M&S zu sprechen. Die drei US-Fonds Brandes Investment Partners, Artisan und Capitalhalten zusammen knapp unter 20 % der Aktien und spielen damit eine Schlüsselrolle in dem Übernahmekampf um den Einzelhändler.

Green hatte in der vergangenen Woche ein kombiniertes Cash- und Aktienangebot für M&S auf den Tisch gelegt, was die Firma umgehend abgelehnt hatte. Konkret bot er 290 bis 310 Pence pro Aktie in bar sowie einen 25-prozentigen Anteil an einer neu zu gründenden M&S- Holding. Wie es ebenfalls heißt, könnte Green sich auch überlegen, einen Teil der bestehenden Aktionäre ganz in bar auszuzahlen. Der am vergangenen Montag neu gewählte M&S-Chef Stuart Rose geht davon aus, dass Green sein Angebot für einen Erfolg erhöhen muss.

Unterdessen hat sich der Kampf um Marks und Spencer auch auf Nebenschauplätze ausgedehnt. So mussten Greens Anwälte Freshfields Bruckhaus Deringer kürzlich das Mandat abgeben, weil sie vor einiger Zeit erst für M&S gearbeitet und Zugang zu „vertraulichen Informationen“ bekommen hatten. Freshfields bezeichnete den Schritt als „taktisches Manöver“.

Auch lieferten sich dem Vernehmen nach Stuart Rose und Philip Green ein persönliches Duell. Der wortgewaltige und mitunter unflätige Green sei demnach auf das Auto seines früheren Freundes und heutigen M&S-Chefs zugegangen und habe diesen nach einem zunächst freundlichen Einstieg deutlich gerügt. Er hätte ihm „250 Mill. Pfund verschaffen“ können, hätte Rose nur mit ihm M&S übernommen.

Rose hatte erst im Mai ein Vertraulichkeits-Abkommen mit Green unterzeichnet. Am Ende habe der Milliardär Rose sein Mobiltelefon gegeben, an dessen Ende seine Ehefrau auf ihn eingeschimpft habe. Rose soll dem Vernehmen nach „sichtlich bewegt“ gewesen sein und ein Versöhnungsessen am Ende dieser Episode angeboten haben.

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