Neue Strategie
Siemens will Lok-Vermietungsgeschäft verkaufen

Der Technologiekonzern Siemens verhandelt mit dem japanischen Mischkonzern Mitsui über den Verkauf seines Vermietgeschäfts mit Lokomotiven. Der Verkauf ist Teil der strategischen Neuausrichtung im Siemens-Segment Transportation Systems.

HB FRANKFURT. „Es ist richtig, dass wir in Gesprächen stehen, können das aber nicht weiter kommentieren“, sagte ein Mitsui-Sprecher am Montag. Die Verhandlungen seien bereits beim Kartellamt gemeldet, sagte ein Siemens-Sprecher. Zu einem möglichen Kaufpreis wollte er sich nicht äußern.

Mit einem Abschluss der Transaktion werde in den nächsten Wochen gerechnet, berichtete die „Financial Times Deutschland“ in ihrer Montagausgabe unter Berufung auf Finanzkreise. Der „Dispolok“ genannte Bereich gehört zum Segment Siemens Transportation Systems (TS), das zuletzt 4,3 Mrd. Euro umsetzte. Der Verkauf sei Teil der strategischen Neuausrichtung bei TS, heißt es in dem Bericht. Der Bereich müsse bis April 2007 eine Marge von fünf Prozent erreichen - im dritten Quartal lag diese jedoch erst bei knapp unter zwei Prozent. Die Dispolok-Flotte besteht zurzeit aus etwa 120 Lokomotiven aus eigener Siemens-Fertigung, die an Bahnbetreiber vermietet werden. So setzt etwa die Deutsche Bahn die sogenannten Multisystemloks im Transitverkehr über die Alpen ein, da die Fahrzeuge besser mit unterschiedlichen Netzsystemen zurechtkommen. Dispolok beschäftigt Siemens zufolge derzeit rund 30 Mitarbeiter.

Mitsui hatte in jüngster Zeit sein Eisenbahngeschäft verstärkt. 2004 gründete das Unternehmen in Amsterdam eine Leasinggesellschaft für Lokomotiven für den europäischen Markt. Mitsui sieht nach eigenem Bekunden ein großes Potenzial auf dem europäischen Eisenbahnmarkt. Dazu trügen die unter Umweltaspekten steigende Nachfrage nach öffentlichem Personenverkehr, die Erweiterung der Europäischen Union und die fortgesetzte Liberalisierung des Eisenbahnsektors bei.

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