Neue Terminals Fernbusse wollen Städten unter die Arme greifen

Ein Wetterschutz, eine Toilette und ein Fahrkartenschalter: Die Fernbusbranche will an den Busbahnhöfen ein Mindestmaß an Komfort bieten. Dazu wollen die Unternehmen sich an Kosten der Kommunen beteiligen.
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Fernbusse am Omnibusbahnhof in Hannover: Die Unternehmen wollen die Kommunen bei der Finanzierung der Terminals unterstützen. Quelle: dpa

Fernbusse am Omnibusbahnhof in Hannover: Die Unternehmen wollen die Kommunen bei der Finanzierung der Terminals unterstützen.

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BerlinAngesichts des rasanten Wachstums des Fernbusmarktes sind die Unternehmen aus der Branche bereit, sich an der Finanzierung neuer Busbahnhöfe in Städten zu beteiligen. „Die Fernbusbranche möchte sich über Stationsentgelte an den Kosten der Busterminals in den Kommunen beteiligen“, sagte der Präsident des Busverbandes BDO, Wolfgang Steinbrück, dem Handelsblatt (Freitagausgabe).

Die Branche brauche keine „Glaspaläste“, sondern ein Mindestmaß an Komfort. „Dazu gehört ein Wetterschutz, eine Toilette, ein Fahrkartenschalter und ein Kiosk“, sagte Steinbrück.

In einer Studie für den Marktführer „Mein Fernbus“ sowie „ADAC Postbus“ kommt die Beratungsgesellschaft KCW zu dem Schluss, dass zunächst die „Aufwertung vorhandener Flächen in den Kommunen“ zu Haltestellen wichtig sei. Da drei Viertel der Kunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen würden, sei „ein gut erreichbares Terminal von Vorteil“, heißt es in der Studie, die dem Handelsblatt vorliegt.

Die Deutsche Bahn, die selbst Fernbusse betreibt, will Busbahnhöfe in Eigenregie betreiben. Sie versichert auf Nachfrage, allen Busbetreibern einen diskriminierungsfreien Zugang zu gewähren. Skepsis herrscht aber bei den privaten Konkurrenten. „Die Pläne der Bahn dürfen nicht dazu führen, dass der Wettbewerb über die Stationsentgelte verzerrt wird oder Busunternehmen an den Bahnhöfen benachteiligt werden“, sagt BDO-Präsident Steinbrück. „Es dürfen nur die Betriebskosten in Rechnung gestellt werden“, mahnt er.

Alle wollen nach Hamburg und Berlin
ADAC Postbus
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Platz 10: Frankfurt/Main – Stuttgart

120 Fahrten gehen jede Woche von Frankfurt am Main nach Stuttgart – oder umgekehrt – mit dem Fernbus. In einem Ranking der Suchmaschine „FahrtenFuchs“ für Fernlinienbusse reicht das trotzdem nur für den 10. Platz. In den Fahrten pro 1000 Einwohner legt Frankfurt dafür kräftig nach: Pro Woche sind es rund 1,5 Abfahren. Das sind im Ranking die zweitmeisten. Ein Ticket von Frankfurt nach Stuttgart kostet bei den Buslinien „ADAC Postbus“, „Eurolines“ und „MeinFernbus“ etwa 9 Euro.

Kölner Dom
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Platz 9: Frankfurt/Main – Köln

Der 9. Platz geht die Verbindung Frankfurt –Köln. 121 Mal in der Woche fahren die Fernbusse „ADAC Postbus“, „City2City“, „FlixBus“ und „Sprint Bus“ den Weg bis in die Domstadt und zurück. Um die sieben Euro kostet ein Ticket.

Oktoberfest 2013
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Platz 8: München – Stuttgart

Die Münchener schätzen nicht nur das Feiern. Sie reisen auch gerne mit dem Fernbus nach Stuttgart und die Stuttgarter offenbar gern in den bayrische Landeshauptstadt. 123 Busse fahren jede Woche diese Strecke. Im Ranking schaffen sie es damit auf Platz 8. Ein Ticket für diese Verbindung kostet etwa acht Euro.

Banken
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Platz 7: München – Frankfurt/Main

Eine andere beliebte Fernbusstrecke ist München – Frankfurt. 134 Fahrten absolvieren die Fernbusse jede Woche. Das Ticket ist allerding etwas teurer: 14 Euro kostet das billigste.

Fernbus
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Platz 6: Berlin – Hannover

Von Berlin bis nach Hannover oder Hannover nach Berlin geht es unter anderem mit den Fernbussen „MeinFernbus“, „FlixBus“ und „Berlin Linien Bus“. 166 Mal fahren die Busse diese Strecken pro Woche. Ein Ticket kostet um die elf Euro.

Frauenkirche vor Alpenpanorama in München
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Platz 5: München – Nürnberg

Die Strecke München – Nürnberg wird von den Fernbussen 174 Mal pro Woche gefahren. Das reicht für Platz 5. Das billigste Ticket kostet nur fünf Euro. Bei den Abfahrten pro 1000 Einwohner liegt München allerdings nicht so weit vorne. Das sind pro Woche nämlich nur schlappe 0,6 auf 1000 Einwohner.

Fernbusse in Hannover
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Platz 4: Stuttgart – Karlsruhe

189 Mal pro Woche fahren Fernbusse wie „FlixBus“ (Foto), „ADAC Postbus“ und „Wayo Express“ von Stuttgart bis nach Karlsruhe und von Karlsruhe nach Stuttgart. Das Ticket gibt es für rund fünf Euro. Damit ist es mit das billigste im gesamten Ranking. Karlsruhe holt dabei auch Platz 1 bei den meisten Abfahrten: 2,2 Abfahrten sind es pro Woche und Einwohner.

Private Busanbieter dürfen seit Anfang 2013 im gesamten Bundesgebiet Linienverbindungen zwischen Städten anbieten. Zuvor durften Fernbusse nur auf Strecken fahren, auf denen sie der Bahn keine Konkurrenz machten. Seitdem die Neuregelung in Kraft ist, spürt auch die Bahn zunehmend den Druck durch die Buskonkurrenz.

Einer Studie des Marktforschungsunternehmens IGES zufolge sind 44 Prozent der Fernbuskunden früher Zug gefahren. In der Gesamtheit der Kunden bleibt die Bahn aber dem Fernbus weit voraus: IGES-Schätzungen zufolge fuhren 2013 neun Millionen Menschen Fernbus, während 130 Millionen mit der Bahn reisten.

  • dhs
  • fo
  • afp
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2 Kommentare zu "Neue Terminals: Fernbusse wollen Städten unter die Arme greifen"

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  • Deutschland zerstört sein Bahnnetz durch Privatisierung. Die dort vorhandene Infrastruktur wird ohne Sinn und Verstand kaputtgemacht.
    Nun wird den Buskonzernen vom Steuerzahler wiederum ein Netzaufbau zur Verfügung gestellt, der Netzbetrieb (Ausnahme von Maut) subventioniert.
    Das ist schon fast pervers.
    Wäre es in einem angeblichen Hochtechnologie-Land wie Deutschland nicht denkbar, das Bahnnetz zu flexiblisieren?

  • Und wenn dann auch noch die Autobahnmaut für die Fernbusse kommt (wieso sind die eigentlich bisher ausgenommen? Wiegen die nix?), dann werden die Kampfpreise auch schnell der Vergangenheit angehören... ...recht so... (BWL I)

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