Neue Verhandlungen zwischen Unternehmensspitze und Gewerkschaften
Alitalia steht vor dem Scheideweg

Die Zukunft der krisengeschüttelten Fluggesellschaft Alitalia entscheidet sich möglicherweise in den kommenden Tagen. Die Unternehmensspitze hat am Montag einen Sanierungsplan vorgestellt. Bis jetzt stemmen sich die Gewerkschaften gegen geplante Stellenstreichungen.

HB ROM. Das Papier soll neuen Schwung in die festgefahrenen Verhandlungen mit den Gewerkschaften bringen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Stellenkürzungen bei der Fluggesellschaft, die derzeit rund 22 000 Menschen beschäftigt. Es wird damit gerechnet, dass bis zu 7 000 Arbeitsplätze wegfallen müssen, um die Alitalia vor dem Absturz zu bewahren. Jedoch drohten die Gewerkschaften erneut damit, den gesamten Flugverkehr durch Streiks lahm zu legen, falls die Unternehmensspitze ihren Plan umsetzt.

„Entweder es kommt jetzt zu einer Einigung zwischen Konzern und Gewerkschaften - oder das Schicksal der Alitalia ist besiegelt“, zitierte die Zeitung „La Repubblica“ Arbeitsminister Roberto Maroni. Von Seiten der Regierung hieß es zuletzt bereits, dass ohne ein Einlenken der Gewerkschaften alle 22 000 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz riskieren.

Wirtschaftsminister Domenico Siniscalco drohte, auch den kürzlich von Brüssel genehmigten staatlichen Überbrückungskredit in Höhe von 400 Millionen Euro nicht freizugeben, wenn es zu keiner Einigung kommt. Ohne dieses Geld kann die Fluglinie aber die Gehälter eigenen Angaben zufolge nur noch bis Ende September zahlen. Zudem hofft das Unternehmen auf eine Milliarden-Kapitalerhöhung im kommenden März. Die italienische Regierung hält derzeit noch 62 Prozent an der Fluglinie, will diesen Anteil jedoch demnächst auf unter 50 Prozent senken.

Zeitungsberichten vom Wochenende zufolge sah die größte Gewerkschaft des Landes allerdings bislang keine faire Basis für eine Einigung mit Alitalia. Die CGIL warf dem Unternehmen stattdessen vor, die Krise ausnutzen zu wollen, um den Einfluss der Gewerkschaften auszuhöhlen.

2003 hatte die Gesellschaft einen Fehlbetrag von 519,7 Millionen Euro verbucht. Allein im ersten Halbjahr 2004 häufte Alitalia einen Verlust von 330 Millionen Euro an. Der Rettungsplan für die Fluggesellschaft sieht bis 2006 ein ausgeglichenes Ergebnis vor.

Vor dem Treffen des Alitalia-Managements mit Gewerkschaftsvertretern haben die Aktien der von Insolvenz bedrohten Fluggesellschaft am Montag deutlich nachgegeben. Bis gegen Mittag verloren Alitalia-Aktien an der Mailänder Börse knapp zwei Prozent auf 0,2095 Euro. In der vergangenen Woche waren sie auf ein Allzeit-Tief bei 0,1870 Euro gefallen.

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