Neue Wachstumsfelder
Starbucks wird zum Saftladen

Starbucks übernimmt für 30 Millionen Dollar den Fruchtsafthersteller Evolution Fresh aus dem kalifornischen San Bernadino. Die Idee dahinter: Was bei Kaffee klappt, klappt auch mit Säften.
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San FranciscoDer Gründer und CEO von Starbucks, Howard Schultz, hat große Pläne mit Evolution Fresh. Er sucht neue Wachstumsfelder außerhalb des angestammten Geschäftsbereichs. Evolution soll nur der Anfang eines groß angelegten Einstiegs in den Gesundheits- und Wellnessmarkt sein.
„Das ist jetzt nur eine kleine Akquisition, aber ein wichtiger strategischer Schritt für uns“, so der CEO im Analystengespräch. Zu Beginn werden nach und nach alle Starbucks-Filialen die Produkte von Evolution führen. Die Marke ist an der US-Westküste bereits gut als Hersteller hochwertiger, natur belassener Fruchtsäfte eingeführt. Später werde eine komplette Filialkette mit gesunden Säften und einem Sortiment an gesunden Speisen hinzukommen. Der Aufbau soll Anfang 2012 starten, wie viel Geschäfte geplant sind, wurde nicht bekannt gegeben.
„Was wir vor 40 Jahren mit Kaffee gemacht haben, können wir auch mit Säften machen“, verspricht Schulz. Aus dem billigen Alltagsgetränk zauberte er ein Kultgetränk mit Premiumpreisen, um den Kaffee herum entstand eine eigene Starbucks-Kultur mit einer loyalen Kundenbasis. Der Jahresumsatz lag im Finanzjahr 2011 bei rund 11,7 Milliarden Dollar.

Das soll jetzt mit gesunden Säften wiederholt werden, ein Markt, der laut Schultz heute schon zwei Milliarden Dollar groß ist. Das übergeordnete Ziel ist der gesamte Gesundheits- und Wellness-Bereich, den Schulz in den USA auf rund 50 Milliarden Dollar beziffert. „Das war jetzt nur der Anfang“, so Schultz, ohne weitere Details zu nennen.

Starbucks war nach heftigem Wachstum  2006 an seine Grenzen gestoßen. Zu viele Filialen kannibalisierten sich gegenseitig, ein ausuferndes Sortiment an Nebenprodukten ließ die eigentliche Starbucks-Kultur, die die Kunden so liebten, in den Hintergrund treten. In 2008 wurden hunderte Geschäfte weltweit geschlossen, Gründer Howard Schultz übernahm wieder den Vorstandsvorsitz.

Er schaffte den Turn around, das gerade abgelaufenen Quartal sah einen Rekordumsatz von 3,0 Milliarden Dollar, was aber nur ein Wachstum von sieben Prozent zum Vorjahr ausmachte. Doch die Notwendigkeit sich weiterzuentwickeln war klar geworden, bereits 2010 kündigte der Gründer an, sich nach neuen Geschäftsfeldern umsehen zu wollen.

Ob der Vorstoß in den Markt für gesunde Fruchtsäfte und Wellness ein Erfolg wird, hängt jetzt stark von der Fähigkeit ab, das bewährte Starbucks-Modell auf die noch namenlose neue Kette zu übertragen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Die USA haben keine Kaffekultur wie es Europa hat .
    Früher hatten die Amis den schlechtesten Kaffee der Welt gemacht , und nun betreiben die eine der größten Kaffehausketten . Wie die mit den Kaffebauern umgehen ?
    Nee - Mit solch einen Kaffee möchten wir nicht gesehen werden . Wir wollen Jaun Valdez Cafe in Europa haben .
    Siehe auch : juanvaldezcafe.com

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