Neue Warnstreiks angekündigt
Streit mit Lokführern droht zu eskalieren

Während sich die Gewerkschaften Transnet und GDBA und die Deutsche Bahn im laufenden Tarifstreit näher gekommen sind gibt es an einer anderen Front keine Entspannung. Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) besteht auf einem eigenen Spartentarif. Für kommende Woche wurden neue Warnstreiks angekündigt.

HB/lud FRANKFURT. GDL-Chef Manfred Schell lehnte am Donnerstag in Frankfurt am Main das neue Angebot des Bahnvorstands ab. Nach einem Spitzengespräch mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn bestand der Gewerkschaftschef erneut auf wesentlich höheren Einkommensanhebungen für die Lokführer.

Die GDL fordert dafür Tariferhöhungen bis zu 31 Prozent und einen eigenen Vertrag für die Lokomotivführer. Das neue Angebot der Bahn, das zuvor bereits den Gewerkschaften Transnet und GDBA in Berlin unterbreitet worden war, sieht Lohn- und Gehaltsanhebungen von 3,4 Prozent sowie eine Sonderzahlung über 450 Euro bei eine Laufzeit von 24 Monaten vor. Außerdem soll die Wochenarbeitszeit von 39 auf 40 Stunden erhöht werden.

Die Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich nun auf weitere Warnstreiks einstellen. Nach dem Scheitern des gut zweieinhalbstündigen Gesprächs mit Mehdorn kündigte Schell weitere Tarifverhandlungen für den 13. Juli an. Gleichwohl werde die Gewerkschaft der Lokomotivführer aber in der kommenden Woche erneut ihre Kampfkraft unter Beweis stellen und ihre Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag mit einem erneuten Warnstreik unterstreichen. Die Aktion werde rechtzeitig angekündigt, damit die Bahnkunden anderweitig planen könnten. Sollte die Bahn mit den beiden anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA einen Tarifvertrag abschließen, werde seine Gewerkschaft sich dem nicht anschließen.

Mit den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA sitzt der bundeseigene Konzern unterdessen wieder an einem Tisch. Über ein nachgebessertes Angebot für 134 000 Bahn-Beschäftigte soll an diesem Sonntag weiter verhandelt werden. Transnet und GDBA wollen daher auf neue Arbeitsniederlegungen zunächst verzichten.

Bereits von Montag bis Mittwoch hatten Streiks der GDL sowie auch der beiden anderen Gewerkschaften den Zugverkehr in ganz Deutschland erheblich beeinträchtigt.Die Bahn hatte am Donnerstag ihr Tarifangebot für alle 134 000 Beschäftigten verbessert auf 3,4 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 450 Euro. Die Lokführer-Gewerkschaft fordert dagegen für die 20 000 Zugführer und das Zugbegleitpersonal wegen der höheren Verantwortung und stärkeren Belastung bei ihren Tätigkeiten Erhöhungen von bis zu 30 Prozent. Lokführer verdienen derzeit brutto zwischen 1980 Euro und 2142 Euro plus bis 300 Euro Zuschläge für Nacht- und Sonntagsdienste.

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