Neue Ziele
Emirates drängt in Lufthansas Luftraum

Emirates Airlines, eine der am schnellsten wachsenden Fluggesellschaften der Welt, will im kommenden Jahr mehrere neue Ziele in Europa anfliegen, darunter auch zwei neue Ziele in Deutschland. Auch ein baldiger Börsengang ist möglich. Am Politik-Lobbying des Konkurrenten Lufthansa übt die Fluggesellschaft aus Dubai Kritik.
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DUBAI. „Wir erwägen derzeit, die Zahl unserer Destinationen weltweit zu steigern, einige davon könnten in Europa liegen“, sagte Emirates-CEO Tim Clark dem Handelsblatt. Auch die Erhöhung der Frequenzen bei den bestehenden Flugverbindungen werde diskutiert. „In Europa bietet sich zurzeit eine günstige Gelegenheit“, sagte der Vorsitzende der Airline, Scheich Ahmed bin Saaed Al-Maktoum. Er brachte als mögliche neue Ziele Kopenhagen und Madrid ins Spiel.

Damit müssen sich europäische Fluglinien wie Lufthansa oder Air France-KLM auf einen verschärften Wettbewerb mit dem in Dubai beheimateten Unternehmens einstellen. Es ist die Strategie von Emirates, seinen Konkurrenten auf den Langstrecken zwischen Asien, Europa, Amerika und Afrika Passagiere abzunehmen und Dubai als Drehscheibe zwischen den Kontinenten zu etablieren. Bislang hat Emirates in Europa 22 Städte im Programm und erzielt ein Drittel seiner Einnahmen auf dem Kontinent. Der Marktanteil beträgt dort nach eigenen Angaben acht Prozent.

Auch in Deutschland strebt Emirates den Ausbau seines Geschäfts an. „Wir wollen uns zunächst Berlin und Stuttgart als zusätzliche Destinationen sichern, danach sehen wir weiter“, sagte Clark. Bislang fliegt die Gesellschaft Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an. Auf diesen Strecken werde auch eine Erhöhung der Flug-Frequenz angepeilt, so Clark. Nach dem Luftverkehrsabkommen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland stehen der Airline in vier Flughäfen die Start- und Landerechte zu.

Emirates versucht seit Jahren, in Gesprächen mit der Bundesregierung sein Angebot auszuweiten und auch Berlin und Stuttgart anzufliegen – bislang ohne Erfolg. „Die Verhandlungen mit dem ehemaligen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee haben zu überhaupt nichts geführt“, kritisierte Clark. Er hoffe, dass in den Kontakten mit dem neuen Amtsinhaber Peter Ramsauer Fortschritte erzielt würden. Möglicherweise nehme der politische Druck mit der für 2011 geplanten Einweihung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) ab, so Clark. Die Lufthansa hatte in der Vergangenheit Landerechte in Berlin für Emirates abgelehnt und dabei auf den eigenen Bedarf verwiesen.

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  • Lufthansa orientiert sich an Air berlin .... Emirates fliegt bereits seit längerer Zeit im Premium bereich und die Passagiere geniessen das Wohlfühlgefühl. Neues Fluggerät, excellenter Service an bord am boden , mit immer einer internationalen freundlich angagierten Crew. Hier hat die LH viel zu lange geschlafen, und sich nicht mit der Kritik ihrer Passagiere beschäftigt. Ein schwerer Fehler von Mayrhuber und Co. Jetzt zieht man die Gesichtshälfte nach unten .

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