Neuer Chef Christoph Müller

Malaysia Airlines ist „technisch pleite“

Malaysia Airlines geht auf einen drastischen Sparkurs. Die nach zwei Abstürzen angeschlagene Fluggesellschaft trennt sich von 6.000 Mitarbeitern: Der neue Chef Christoph Müller erklärt die Airline für „technisch pleite“.
Update: 01.06.2015 - 11:45 Uhr Kommentieren
Die angeschlagene Fluggesellschaft will radikal sparen. Quelle: dpa
Malaysia Airlines

Die angeschlagene Fluggesellschaft will radikal sparen.

(Foto: dpa)

Kuala LumpurDie in Verruf geratene asiatische Fluggesellschaft Malaysia Airlines ist nach eigenen Angaben „technisch pleite“. Diese Entwicklung habe bereits vor den „tragischen Ereignissen“ im Jahr 2014 begonnen, sagte der neue Chef Christoph Müller. In diesem Jahr wolle er „die Blutung stoppen“, 2016 die Geschäfte stabilisieren und 2017 wieder ein Wachstum erzielen, kündigte er an.

Die Fluggesellschaft stellte dafür erste Weichen: Sämtliche 20.000 Beschäftigte erhielten am Montag ein Kündigungsschreiben, 14.000 von ihnen wurden anschließend wieder eingestellt. „Ich bin betrübt darüber, dass wir uns von 6.000 Menschen trennen müssen“, sagte der Manager. Demnach sollen die restlichen Mitarbeiter innerhalb von zwölf Tagen entscheiden, ob sie in dem Unternehmen bleiben wollen.

Das Unternehmen will sich laut Müller „neu erfinden“ und sich in wenigen Monaten ein neues Image verpassen. Zudem wird erwartet, dass das Unternehmen auf unprofitable Langstreckenverbindungen verzichtet.

Die unsichersten Airlines der Welt
Rangliste der 60 größten Airlines der Welt
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Einmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der 60 größten Fluggesellschaften auf. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden viele Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab. Wir zeigen, welche 20 Airlines im Ranking die hinteren Plätze belegen.

Platz 41 – American Airlines (USA)
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Eine der größten Fluggesellschaften der Welt und in der Rangliste relativ weit hinten: American Airlines findet sich mit dem Jacdec-Index von 0,139 (ein niedriger Wert bedeutet höhere Sicherheit) auf Platz 41. Die Airline fusionierte zuletzt mit US Airways und behielt ihren Namen bei. American ist seit sechs Jahren unfallfrei. Doch erst 2001 gab es einen Absturz: Ein Airbus A300 stürzte mitten im New Yorker Stadtteil Queens ab, alle 260 Insassen starben.

Platz 42 – Air China (China)
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Mit dem Startjahr 1988 ist Air China eine der jüngeren Fluggesellschaften in der Rangliste, hat aber bereits zwei Flugzeugverluste erlitten. 2002 starben 129 Passagiere bei einem Absturz. Der Index liegt bei 0,142.

Platz 43 – Alaska Airlines (USA)
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Im September 2011 wurde Alaska Airlines zu einer Geldstrafe von 590.000 US-Dollar verurteilt, nachdem es bei der Wartung einer Boeing 737 zu Regelverletzungen kam – und Jahre später ein Feuer ausbrach. Die letzte große Katastrophe liegt mittlerweile 16 Jahre zurück: Im Jahr 2000 stürzte eine Maschine in den Pazifik. Obwohl die Airline eher unbekannt ist, gilt sie als zukunftsgerichtet: Alaska Airlines war eine der ersten Fluggesellschaften, die Flugscheine und das Check-in über das Internet anbot. Der Index liegt bei 0,163.

Platz 44 – China Southern Airlines (China)
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Die größte Fluggesellschaft des bevölkerungsreichsten Landes der Welt gehört zu den unsichersten Airlines der Welt. Das letzte tödliche Unglück geschah am 8. Mai 1997. Den Piloten des Flugs 3456 misslang bei schwerem Gewitter der erste Landungsversuch in Shenzhen. Bei einem zweiten schoss die Maschine aufgrund des durch den ersten Landeversuch beschädigten Fahrwerks über die Landebahn hinaus. 35 Menschen kamen dabei ums Leben. Index 0,193 – macht Platz 44.

Platz 45 – Thai Airways International (Thailand)
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Die staatliche Fluggesellschaft Thailands war 2012 noch unter den „Top 10“ der unsichersten Airlines. Langsam arbeitet sie sich in sicherere Gefilde. Der letzte große Unfall datiert zwar auf 1998, doch kleine Pannen sorgen für eine schlechte Sicherheitsnote. Zum Beispiel kam im September 2013 ein Flugzeug bei der Landung am Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi von der Landebahn ab, es wurden mehrere Personen verletzt. Der Index für 2015 liegt daher bei 0,216.

Platz 46 – Asiana Airlines (Südkorea)
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Die Südkoreaner mussten in den vergangenen Jahren schwere Zwischenfälle melden. 2013 verunglückte eine Boeing beim Landeanflug auf den Flughafen von San Francisco. Die Maschine setzte vor der Landebahn auf und kam schwer beschädigt auf dem Rollfeld zum Stehen. Drei Personen wurden getötet und 181 Menschen verletzt. 2015 streifte ein Flugzeug beim Landeanflug auf Hiroshima eine Antenne – viele Passagiere wurden verletzt. Das beschert der Airline eine schlechtere Platzierung im Sicherheitsranking (Index 0,241). Drei Flugzeugverluste stehen in der Jacdec-Statistik.

Malaysia Airlines wird derzeit vom Staatsfonds Khazanah Nasional kontrolliert, der die Fluggesellschaft komplett umbauen will. Der neue Chef Müller, ein Deutscher, hatte bereits bei der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus ein Sanierungsprogramm umgesetzt und dort zahlreiche Stellen gestrichen.

Die Fluggesellschaft schreibt nach zwei Abstürzen im vergangenen Jahr hohe Verluste. Im März verschwand Flug MH370 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos. Im Juli stürzte Flug MH17 über der Ostukraine ab, vermutlich nach Raketenbeschuss. Insgesamt kamen 537 Menschen ums Leben.

  • dpa
  • afp
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