Neuer Chef im Interview

Ikea hält sich für guten Steuerzahler

Die Kritik an der Steuermoral multinationale Konzerne beherrscht in den vergangen Wochen die Schlagzeilen. Der neue Chef des Möbelhaus-Giganten Ikea weist die Vorwürfe zurück – und rechnet die Steuerlast der Firma vor.
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Ikea-Filiale im hessischen Hofheim-Wallau: Die Steuerlast beträgt 18 Prozent des Konzernumsatzes. Quelle: dpa

Ikea-Filiale im hessischen Hofheim-Wallau: Die Steuerlast beträgt 18 Prozent des Konzernumsatzes.

(Foto: dpa)

StockholmDer neue Chef des schwedischen Möbelkonzerns Ikea hat die Steuermoral seiner Unternehmensgruppe verteidigt. "Ich denke, wir sind gute Steuerzahler", sagte der Chef der Ikea Group, Peter Agnefjäll, der schwedischen Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" vom Freitag. Im Durchschnitt zahle seine in den Niederlanden ansässige Gruppe 18 Prozent ihres Umsatzes als Steuern. Dies seien im vergangenen Jahr 695 Millionen Euro gewesen. Hinzu kämen noch rund 200 Millionen Euro Grundsteuer.

"Insgesamt ist das nicht besonders niedrig", sagte Agnefjäll, der am Montag offiziell seinen neuen Posten als Konzernchef der Ikea Group antritt. Diese verwaltet praktisch sämtliche Filialen des Möbelkonzerns. Sie selbst ist Teil des niederländischen Konzerns Ingka Holding. Mit einer Steuerlast von 18 Prozent liegt Ikea im Mittel der an dem Amsterdamer Börsenindex AEX gelisteten Unternehmen.

Die erfolgreichsten Möbelhäuser
Platz 10: Schaffrath*
1 von 10

Umsatz: 335 Millionen Euro (Vorjahr: 340 Mio.)

Mitarbeiter: 1.200

Mit seinen 29 Häusern in Nordrhein-Westfalen schafft es Schaffrath gerade noch unter die Top Ten. Dabei gibt es nicht nur Komplett-Einrichtungshäuser, sondern auch spezielle Küchenmärkte, Naturholzmöbel-Fachgeschäfte, Young-Stores, Elektrofachmärkte und eine Mega-Küchen-Fachmarkt.

 

*Quelle: möbel kultur, Stand Juli 2012

Platz 9: Otto
2 von 10

Umsatz: 680 Millionen Euro (Vorjahr: 700 Mio.; abweichendes Geschäftsjahr: 1.3. - 28.2.)

Mitarbeiter: 53.103

Der Versandhändler aus Hamburg gehört zu den sogenannten Universalversendern, die neben Kleidung auch Haushaltswaren und Möbel verkaufen. Für diese Sparte hat Otto - neben seinem Online-Angebot - einen eigenen "wohntrend"-Katalog im Angebot.

Platz 8: Dänisches Bettenlager
3 von 10

Umsatz: 878 Millionen Euro (für das Jahr 2010/11; 2009/10: 858 Millionen Euro für Deutschland)

Mitarbeiter: 7.600 (insgesamt)

Das zum Jysk-Konzern gehörige Dänische Bettenlager betreibt allein in Deutschland 846 seiner insgesamt 1.042 Filialen. Die weiteren zentrale Standorte befinden sich in Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien und Spanien. Neben dem Kerngeschäft - der Schlafzimmeraustattung - werden mittlerweile auch Büro-, Wohn- und Badezimmermöbel angeboten.

Platz 7: Segmüller
4 von 10

Umsatz: ca. 1.050 Millionen Euro (im Jahr 2011; 2010: 1.050 Millionen Euro)

Mitarbeiter: über 4.000

Neben den sieben Segmüller-Filialen gehören dem Unternehmen fünf weitere Küchenhäuser, vier Möbel Maxx-Filialen, drei Mega Stores und drei Babyland-Filialen. Segmüller betreibt Möbelhäuser vornehmlich im süddeutschen Raum.

Platz 6: Poco-Domäne
5 von 10

Umsatz: 1.080 Millionen Euro (im Jahr 2011; 2010: 945 Millionen Euro)

Mitarbeiter: 6.800

Seit dem Zusammenschluss im Jahr 2008 sind die die Discounter Poco, Domäne und Möbelix in der Poco-Domäne Holding zusammengefasst. Poco-Domäne betreibt 96 Märkte bundesweit. Im Jahr 2011 erlangte der Konzern zusätzliche Bekanntheit durch eine Werbekampagne mit der TV-Blondine Daniela Katzenberger.

Platz 5: Roller / Tejo (Tessner-Gruppe)
6 von 10

Umsatz: 1.200 Millionen Euro (im Jahr 2010/11; 2009/10: 1.160 Millionen Euro)

Mitarbeiter: über 5.500

Allein Roller betreibt in Deutschland 101 Märkte, darüberhinaus gehören zu Tejo 17 weitere SB-Lagerverkäufe, vier Einrichtunghäuser und drei Einrichtungs-Shopping-Center. Auch der Medea Küchenfachmarkt ist ein Teil der Tessner-Gruppe.

Platz 4: Porta
7 von 10

Umsatz: 1.250 Millionen Euro (im Jahr 2011; 2010: 1.200 Millionen Euro)

Mitarbeiter: 6.500

Den Umsatz bringen insgesamt 121 Möbelhäuser namens Porta, Happy Porta, Möbel Boss und Möbel Hausmann zusammen.

Agnefjäll versicherte, sein Konzern tue "alles für die Transparenz". Er verwies darauf, dass das Unternehmen inzwischen sogar einen Jahresbericht veröffentliche, obwohl es nicht dazu verpflichtet sei.

Ikea hatte sich im Juli ebenso wie die US-Konzerne Apple und Facebook geweigert, an einer Anhörung vor dem französischen Parlament zur "Steueroptimierung" teilzunehmen. Dies war bei den Abgeordneten auf scharfe Kritik gestoßen. Das Parlament hatte Vertreter internationaler Konzerne eingeladen, um Auskunft über ihre Steuerpolitik zu geben. Es wollte herausfinden, mit welchen legalen Steuertricks große Konzerne vermeiden, in Frankreich Steuern zu zahlen.

  • afp
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  • Wieviel Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer hat IKEA denn bezahlt? Darum geht es.

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