Neuer Chef sieht erste Erfolge seiner Strategie
Sainsbury kämpft um die Trendwende

Im Kampf der britischen Supermärkte tun sich die Rivalen des Marktführers Tesco schwer. J Sainsbury Plc. hat zwar seinen jahrelangen Abwärtstrend umgedreht, legte aber gestern schwache Zahlen vor.

dih LONDON. Der neue Vorstandschef Justin King erkaufte einen leicht wachsenden Marktanteil mit einem Gewinneinbruch. Analysten vermissen eine schlüssige strategische Neupositionierung. Sie empfehlen die Sainsbury-Aktie trotz erster Erfolge des neuen Chefs überwiegend zum Verkauf – weil die sich anbahnende Trendwende die Übernahmespekulation aus dem Papier nehme.

„Macht Sainsbury wieder groß“, heißt das Motto, unter dem King die Supermarktkette seit Oktober auf den Erfolgsweg zurücklenken will. Dabei musste er bei den grundlegendsten Dingen anfangen, denn eine missglückte Automatisierung der Lieferkette hatte dazu geführt, dass Kunden viel zu oft nicht das gewünschte Produkt im Regal fanden. Um die Kunden wieder in die Sainsbury-Märkte zu locken, verbilligte King rund 7 000 Produkte und mischte damit kräftig in dem Preiskampf mit, den sich die großen britischen Händler derzeit liefern. Das dritte Element seiner Strategie sind Investitionen in bessere Produkte und attraktivere Geschäfte.

All das in Verbindung mit kräftigen Kostensenkungen hat laut King im vierten Quartal des Geschäftsjahres erste Erfolge gezeitigt. „Wir sind mit unseren Produkten und unserem Service deutlich besser geworden, und die Kunden belohnen uns dafür“, sagte er. Der Umsatz auf vergleichbarer Fläche legte um 1,7 Prozent zu; im Gesamtjahr stand unter dem Strich allerdings ein Minus von 0,4 Prozent.

Sainsbury wies einen operativen Gewinn vor Sonderposten von 334 Mill. Pfund aus, 43 Prozent weniger als im Vorjahr. Doch unter dem Strich blieben von den 610 Mill. Pfund (umgerechnet 885 Mill. Euro) Gewinn vor Steuern des Vorjahres nur 15 Mill. Pfund übrig.

Das stört King aber nicht. Das Unternehmen soll den Umsatz innerhalb von drei Jahren um 2,5 Mrd. Pfund steigern. Um das zu erreichen, will Sainsbury 400 Mill. Pfund in ein besseres Angebot für die Kunden investieren. Das habe ausdrücklich Priorität vor höheren Gewinnmargen. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz – wenn man die verkauften Shaw’s-Supermärkte herausrechnet – um 5,5 Prozent auf 16,4 Mrd. Pfund.

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