Neuer Haupt-Anteilseigner
Aktionärspakt bei Carrefour bröckelt

Der französische Einzelhandelskonzern Carrefour hat einen neuen Hauptaktionär: Der reichste Mann Frankreichs, Bernard Arnault, Chef des Luxuskonzerns LVMH, steht beim zweitgrößten Einzelhändler der Welt künftig an der Spitze der Anteilseigner.

PARIS. Bernard Arnault war erst im März vergangenen Jahres gemeinsam mit der US-Beteiligungsgruppe Colony Capital bei Carrefour eingestiegen. Gemeinsam halten der Franzose und der US-Investmentfonds 9,1 Prozent von Carrefour.

Arnault, im Hauptberuf Chef des Luxuskonzerns LVMH, profitiert davon, dass die Eigentümerfamilie von Carrefour nicht mehr zusammenhält. Die Halley-Familie, die 13 Prozent des Carrefour-Kapitals und 20 Prozent der Stimmrechte kontrolliert, kündigte ihren Aktionärspakt auf. Zugleich beschloss die Familie, Mitte April zwei Sitze im Aufsichtsrat von Carrefour zu räumen. Nur Robert Halley will seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender behalten.

"Diese Entwicklung kommt unerwartet und wird Spekulationen anheizen", bemerkten die Analysten der Sparkassengruppe Natixis. Sie erinnerten daran, dass es bereits vor einiger Zeit Gerüchte über einen Rückzug der Halley-Familie aus dem Carrefour-Kapital gegeben habe.

Die Auflösung des Halley-Aktionärspaktes gibt diesen Gerüchten nun neue Nahrung. Denn jetzt sind die verschiedenen Familien-Eigentümern frei, ihre Carrefour-Beteiligung zu verkaufen. "Wir glauben, dass ein Teil der Familie möglicherweise schon seit längerer Zeit versucht, seinen Vier-Prozent-Anteil abzugeben", hieß es bei der französischen Großbank Société Générale.

Blue Capital, das Gemeinschaftsunternehmen von Arnault und Colony, werde diesen Anteil möglicherweise übernehmen. Blue Capital selbst unterstrich "den strategischen Charakter seiner Beteiligung" bei Carrefour. Die Pariser Börse reagierte prompt auf die Spekulationen. Bis zum Nachmittag legte die Carrefour-Aktie um mehr als vier Prozent auf rund 48,50 Euro zu.

Der Kursanstieg sei durch die Geschäftsentwicklung des Unternehmens nicht zu erklären, hieß es in Paris. Bei einem Umsatz von 82,15 Mrd. Euro stieg der Nettogewinn um 1,4 Prozent auf 2,29 Mrd. Euro, was Analysten übereinstimmend als enttäuschend einstuften. Konkurrenten wie Wal-Mart, die weltweite Nummer eins der Branche, oder der holländische Einzelhändler Royal Ahold hatten bessere Ergebnisse für 2007 vorgelegt.

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