Neuer Investor
Fast jeder zweite Job bei Strauss fällt weg

Die insolvente Handelskette Strauss Innovation ist gerettet. Ein neuer Investor springt ein. Doch für zahlreiche Filialen und die Logistik gibt es keine Perspektive im Unternehmen.

DüsseldorfDie insolvente Handelskette Strauss Innovation hat einen Investor gefunden. Die Deutsche Mittelstandsholding (DMH) wird große Teile des Unternehmens als neuer Eigentümer übernehmen.

Einen entsprechenden Kaufvertrag haben der Strauss-Insolvenzverwalter Horst Piepenburg und die DMH unterzeichnet. Der rechtliche Betriebsübergang soll nach Erfüllung der erforderlichen Bedingungen Anfang November 2015 stattfinden.

Für einen großen Teil der Mitarbeiter bedeutet die Rettung des Unternehmens jedoch trotzdem keine gute Nachricht. Denn nach derzeitiger Planung können mit der gefundenen Sanierungslösung nur etwas mehr als die Hälfte der bisherigen Arbeitsplätze erhalten werden, teilte das Unternehmen mit. So gehen nur zwei Drittel der Filialen, der Onlineshop und ein Teil der Verwaltung in Langenfeld auf die neue Gesellschaft über. Aus der Zentrale wird etwa ein Drittel der Arbeitnehmer übernommen.

Das bedeutet auch das Aus für die Strauss Logistik GmbH, denn die Warenprozesse sollen ab kommendem Jahr auf einen neuen Logistikdienstleister übergehen. Die Arbeitsverträge der Mitarbeiter in den Filialen, im Logistikzentrum sowie in der Zentrale, die nicht auf die neue Gesellschaft übergehen, werden vom Insolvenzverwalter gekündigt. Mit den Betriebsräten wird nun ein Interessenausgleich und ein Sozialplan erarbeitet.

Auf einer Betriebsversammlung in Langenfeld haben sich die Geschäftsführer der DMH, Holger Buetzler und Philipp Riekert, der Belegschaft vorgestellt. Begleitet wurden sie von dem ehemaligen Woolworth-Geschäftsführer Dieter Schindel. Er soll mit seinem Sohn Alexander einer der Co-Investoren bei Strauss Innovation werden.

Die exakte Filial- und Personalplanung wird derzeit noch in Absprache mit den Verfahrensbeteiligten erarbeitet. Bis zum Closing des Kaufvertrages, das Anfang November erwartet wird, soll die Planung abgeschlossen sein. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Die in Schieflage geratene Handelskette mit 1100 Beschäftigten und 77 vorwiegend in Nordrhein-Westfalen gelegenen Filialen hatte bereits im Juni einen Insolvenzantrag gestellt. Nach zwei schwachen Monaten im März und April hatten die Mittel für die Finanzierung der Winterkollektion nicht mehr ausgereicht. Das Amtsgericht Düsseldorf hatte Anfang September das Insolvenzverfahren eröffnet. Ohne einen neuen Investor hätte der Geschäftsbetrieb nach Einschätzung des Insolvenzverwalters nur noch bis Weihnachten fortgeführt werden können.

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum
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