Neuer Lauftrend soll Belebung bringen
Sportmesse Ispo hofft auf „Nordic Fitness“

„Nordic Walking“ hat in diesem Jahr seinen Durchbruch geschafft hat. Jetzt hat auch die Sportartikelbranche „Nordic Fitness“ entdeckt und will ein ganz neues Marktsegment etablieren. Dies soll der schwächelnden Münchener Sportmesse Ispo, der weltgrößten Ausstellung der Branche, neuen Schwung geben.

jojo MÜNCHEN. „Mit Nordic Fitness haben wir die Chance, langfristig einen Mega- Trend zu entwickeln“, zeigt sich Ispo-Chef Peter Knoll zuversichtlich. „Das wird ein eigenständiges Segment werden.“ Ispo und Sportartikelindustrie können neue Impulse gut gebrauchen. Bei Deutschlands größtem Sporthändlerverbund Intersport steht nach fünf Monaten ein Umsatzminus von drei Prozent in den Büchern. Und auf der Ispo ging die Besucherzahl im Sommer vergangenen Jahres um rund 15 Prozent zurück.

Während die Sportartikelschau im Winter zuletzt wieder zulegen konnte, rechnet Messemacher Knoll für die Sommer-Veranstaltung vom 4. bis 6. Juli noch mit stagnierenden Aussteller-Zahlen. Wenn sich „Nordic Fitness“ wie geplant verbreitet, werde das die Ispo aber auf Dauer stärken, hofft Knoll.

Den Münchenern macht zu schaffen, dass sich wichtige Sportanbieter wie Puma nach wie vor lieber auf Mode-Messe präsentieren und die Ispo links liegen lassen. Der stark auf sportlichen Lifestyle konzentrierte Konzern wird auch in diesem Sommer nicht auf dem Münchener Messegelände mit dabei sein.

Umso wichtiger ist es für die Ispo, dass sich mit „Nordic Fitness“ für viele andere Anbieter riesige Chancen bieten. So stoßen Stockhersteller wie Komperdell, Exel und Leki in ganz neue Absatz-Dimensionen vor. Nach Angaben des Kaufhauskonzerns Karstadt gingen vergangenes Jahr in den ersten vier Monaten des Jahres 8 000 Paar Nordic- Stöcke über die Ladentheken. Dieses Jahr waren es bereits 23 000. Die Marktforscher von GfK haben heraus gefunden, dass inzwischen mehr als die Hälfte der Deutschen „Nordic Walking“ kennt.

Skiproduzenten wie Fischer versuchen nun, sich mit Nordic-Equipment auch im Sommer ein Standbein zu schaffen. Und für den Winter haben die Langlauf-Experten längst „Nordic Cruising“ erfunden. Auch das Inline-Skaten verändert sich durch die Stöcke. Salomon, die Outdoor-Tochter von Adidas, hat sogar eigene Inline-Skates für „Nordic Blading“ im Angebot.

Selbst die Tourismus-Industrie hat den Trend voll erkannt. Es gibt kaum ein größeres Hotel in den Alpen, das noch keine Nordic-Touren anbietet.

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