Neuer Partner vor dem Einstieg
Escada stellt weitere Finanzierungen sicher

Der Modekonzern Escada hat seine langfristige Finanzierung gesichert und damit den Einstieg eines lang erwarteten Finanzinvestors perfekt gemacht. Eine Geschäftsbelebung des unter der schwachen Nachfrage nach Damenluxusmode leidendes Unternehmens kann Finanzchef Georg Kellinghusen derzeit nicht erkennen.

Reuters MÜNCHEN. Die Banken hätten sich bereit erklärt, die Kreditlinien bis 2006 aufrecht zu erhalten und die Rückzahlung einer im Sommer 2004 fälligen Anleihe sicherzustellen, sagte Kellinghusen am Dienstag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in München. Damit seien die Voraussetzungen für den Einstieg des Finanzinvestors, der Private-Equity-Firma HMD Partners, erfüllt. HMD hatte angekündigt, bis zu 45 Mill. € in das Unternehmen zu investieren und will bis zu 29 % am Grundkapital übernehmen. Die im Kleinwerteindex SDax notierten Aktie des Unternehmens legten bis zum Mittag 3,6 % auf 9,95 € zu.

Finanziellen Spielraum für Neuausrichtung schaffen

„Wir haben nun einen deutlich erweiterten finanziellen Spielraum, die strategische Neuausrichtung in einem widrigen Marktumfeld fortzuführen und die Marke Escada weiter zu entwickeln“, erklärte Kellinghusen. Escada gewinne mehr Freiraum, um seine Kosten weiter senken zu können. „Auf dem Weg der Strukturverbesserungen, Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen sind wir noch nicht am Ende angekommen“, sagte der Finanzvorstand. Der auf Damenluxusmode spezialisierte Konzern aus Aschheim bei München kämpft seit längerem mit einer schwachen Nachfrage auf den Luxusgütermärkten.

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung sollen die technischen Voraussetzungen für den Einstieg von HMD Partners geregelt werden. Die Aktionäre sollen das Grundkapital auf 75,9 Mill. € von 36,3 Mill. € erhöhen. Zudem sollen Wandelschuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 31,2 Mill. € ausgegeben werden. Kellinghusen sagte, HMD-Fonds würden höchstens eine Quote von 29 % am erhöhten Grundkapital von Escada übernehmen.

Kein Ausblick möglich

Vorstandschef Wolfgang Ley bekräftige, Umsatz und Ergebnis seien im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2002/03 (per Ende Oktober) unter Plan geblieben. „Vor allem die Krankheit Sars hat unser Geschäft im zweiten Quartal deutlich stärker beeinträchtigt, als wir dies absehen konnten“, sagte Ley. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrage in den ersten sechs Monaten 4,0 Mill. €, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 18,3 Mill. € ausgewiesen worden war. Der Umsatz sei auf 306,6 (410,5) Mill. € gesunken. Das Unternehmen werde daher sein Ziel, den Ebit-Vorjahrerswert von 25,1 Mill. € in diesem Geschäftsjahr zu übertreffen, verfehlen. Kellinghusen ergänzte, eine Belebung der Geschäfte sei derzeit nicht zu erkennen. Escada könne daher keine neue Prognose nennen.

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