Neues DFB-Trikot
Wenn Poldi für Adidas rappt

Der Deutsche Fußball-Bund steckt in der größten Krise seiner Geschichte. Adidas hat trotzdem die neuen Trikots der Fußball-Nationalmannschaft präsentiert. Das Weihnachtsgeschäft ist einfach zu verlockend.

MünchenDiesen Abend sollten sich Fußballfans auf jeden Fall freihalten: Am 10. Juni 2016 wird um 21 Uhr die Europameisterschaft im Stade de France zu Paris angepfiffen. Noch steht nicht einmal fest, gegen wen Gastgeber Frankreich zum Auftakt des Turniers antreten darf. Die sechs Vierergruppen werden erst am 12. Dezember ausgelost. Das hindert die Sportkonzerne aber nicht daran, jetzt schon die neuen Trikots der Nationalmannschaften zu präsentieren. In Berlin hat Adidas am Montagabend gemeinsam mit mehreren Nationalspielern, darunter Weltmeister Lukas Podolski, die neuen Leibchen vorgestellt. Stargast vor 700 Fußball-Fans war der Panda-Rapper Cro.

Nur zwei Stunden nach dem überraschenden Rücktritt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach präsentierte Adidas das neue Jersey. Der 64-Jährige Niersbach musste wegen angeblicher schwarzer Kassen im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 gehen. Das neue, sogenannte Heimtrikot des Deutschen Fußball-Bundes ist demgegenüber ganz in unschuldigem Weiß gehalten – mit dem goldenen Weltmeistersymbol der Fifa und dem DFB-Wappen, dem Adler, und mit den vier Weltmeister-Sternen auf der Brust. Auf den Ärmeln sind die Jahreszahlen der vier WM- und drei EM-Titel aufgedruckt.

Das Auswärtsshirt hat helle und dunkelgraue Querstreifen. Die Ärmel sind grün mit einem neonfarbenen Streifen abgesetzt. Die Stars tragen das neue Shirt erstmals beim Testspiel am kommenden Freitag in Paris gegen EM-Gastgeber Frankreich. Es hat seinen Grund, dass Marken wie Adidas so früh mit der Vermarktung starten: Die Leibchen sind ein wichtiger Umsatzbringer im Weihnachtsgeschäft, und das beginnt jetzt.

Bei vielen Fans hierzulande werden die Jerseys an Heiligabend unterm Christbaum liegen. Bei Preisen ab 65 Euro pro Shirt müssen die Käufer allerdings tief in die Tasche greifen. Wer seinem oder seiner Liebsten noch den Namen aufdrucken lässt, der ist schnell mit 100 Euro und mehr dabei.

Für die Sportkonzerne sind die großen Fußballturniere daher wahre Geldmaschinen. So hat Adidas im WM-Jahr 2014 Kickstiefel, Bälle, Trikots und Fanartikel für mehr als zwei Milliarden Euro verkauft. Ein neuer Rekord. Alles in allem brachte die Marke mit den drei Streifen im Jahr des deutschen Triumphs mehr als drei Millionen Trikots der Nationalmannschaft unter die Leute. So viele wie nie zuvor. Nicht einmal zur Heim-WM im Jahr 2006 gingen so viele Leibchen weg.

Auch für die Sporthändler sind Trikots und Fanartikel ein wichtiger Umsatzbringer. Das bewies die vergangene Weltmeisterschaft: Während der deutschen Siegesserie in Brasilien lagen die Umsätze bei Intersport im Juni 2014 um zwölf Prozent über dem Jahr davor. In den Geschäften des deutschen Marktführers gingen vergangenes Jahr mehr als 400.000 Nationalmannschafts-Trikots über die Ladentheken. Weltmarktführer Nike sowie die Verfolger Adidas und Puma haben die großen, bekannten Fußballnationen unter sich aufgeteilt.

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