Neues Jahr gut anglaufen
GfK bleibt auf Expansionskurs

Die Nürnberger Marktforschungsgruppe GfK sieht sich beim Erreichen ihrer Umsatzziele für das laufende Jahr auf einem guten Weg. Der Gewinn in 2003 konnte um ein Drittel gesteigert werden.

HB NÜRNBERG. Das im Kleinwerte-Segment SDax gelistete Unternehmen wolle 2004 erneut auch über Zukäufe expandieren, sagte Vorstandschef Klaus Wübbenhorst am Donnerstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Nürnberg. Das Unternehmen bekräftigte seine Prognosen für das laufende Jahr. Mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland äußerte sich der Chef des viel beachtete Markt- und Konsumforschers erneut skeptisch.

Im vergangenen Jahr steigerte die GfK nach eigenen Angaben den Konzerngewinn im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel auf 33,3 Mill. €. Bereits Ende Februar hatte das Unternehmen den Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) nach Beteiligungsergebnis mit 69,5 (Vorjahr 50) Mill. € genannt. Der Umsatz war auf 595 (559) Mill. € geklettert.

Die Geschäfte in den ersten drei Monaten 2004 liefen nach Wübbenhorsts Worten gut an. So liege der Auftragseingang per Ende März bereits bei 60 % des Erlösziels 2004 von 650 Mill. €, sagte er. Das operative Ergebnis im Gesamtjahr werde wie geplant um gut zwölf Prozent auf über 79 Mill. € anwachsen. Für Wachstum sollten vor allem die Olympischen Spiele in Athen, die Fußball-Europameisterschaft in Portugal sowie die weltweite konjunkturelle Erholung sorgen.

Ihr bestehendes Geschäft will die GfK Wübbenhorst zufolge vor allem in Südamerika und dort insbesondere in Brasilien und Chile ausbauen. „Wir werden uns auch weiter aktiv an der Konsolidierung der Branche beteiligen“, stellte er zudem weitere Zukäufe in Aussicht. Im Auge habe die GfK dabei Firmen und Auftragsportfolios in Amerika, Asien und Europa. Details nannte Wübbenhorst nicht.

Eine durchgreifende Belebung der deutschen Wirtschaft zeichnet sich nach Worten des Managers derzeit noch nicht ab. Er zweifele daran, dass das von der Bundesregierung prognostizierte Wirtschaftswachstum 2004 von 1,5 bis zwei Prozent zu erreichen sei, sagte er. „Wenn eine Eins vor dem Komma steht, ist das noch eine sehr gute Zahl.“ Eine Besserung sei nicht absehbar. „Wenn sich die Arbeitslosigkeit nicht deutlich nach unten entwickelt, wird es sehr schwierig, dass sich das Konsumklima besser entwickelt.“ Die GfK ermittelt monatlich die Konsumbereitschaft der Deutschen mit einem eigenen Index. Die zuletzt Ende März veröffentlichten Daten zeigten zum dritten Mal in Folge eine Stagnation. Mit einem kurzfristigen Anziehen des privaten Konsums könne nicht gerechnet werden, hatte es damals geheißen.

Die GfK-Aktie wurde mittags 5,45 % höher mit 27,65 € gehandelt.

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