Neues Tarifsystem
Swiss mit Kampfpreisen auf Europastrecken

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss International Air Lines stellt sich im hart umkämpften Markt um Flugkunden dem Preiskampf und senkt ihre Tarife im Europanetz auf das Niveau der Billig-Konkurrenten. Wie Swiss am Donnerstag an einer Pressekonferenz mitteilte, bietet sie ab sofort Flüge beispielsweise nach London ab 54 Franken, nach Paris ab 39 Franken oder nach Berlin für 49 Franken an.

Reuters ZÜRICH. Doch die Swiss will die Tarifsenkung nicht nur als Reaktion auf die bereits erfolgten Preissenkungen auf Kurzstrecken wie zum Beispiel bei der Lufthansa und zahlreichen Billig-Airlines wie Ryanair oder EasyJet verstanden haben. „Für uns ist es wichtig, dass wir schnell waren und dass wir vor allem die ersten auf dem Markt sind, die das so anbieten,“ sagte Martin Isler, Executive Vice President Strategy and Network.

Das neue Europakonzept, vom Schweizer Verkehrsminister Moritz Leuenberger einst mit „vorne Champagner, hinten Durst“ betitelt, offeriert Kunden in der Business Class den vollen Service mit Essen, Getränke und Zeitungen. In der Economy Class dagegen müssen Passagiere Essen und Getränke selber berappen. Das neue Konzept gewährt den Kunden die Flexibilität, frei zwischen Business und Economy Class auf Hin- und Rückflügen zu wählen. Je früher ein Kunde über das Internet eine Buchung macht, umso günstiger ist das Flugbillet sowohl in der Economy wie auch in der Business Class.

Die in roten Zahlen operierende Swiss kürzt auf den Winterflugplan die Zahl der Europa-Destinationen auf 41 von 56. Zudem baut die angeschlagene Gesellschaft ihre Flotte um rund ein Drittel ab und streicht rund 3000 Arbeitsplätze.

Gemäss William Meaney, Chef des kommerziellen Flugbetriebs, sind „mindestens zwei Optionen“ für eine mögliche Allianz oder Partnerschaft mit einer anderen Fluggesellschaft auf dem Tisch. Meaney sagte, das neue Konzept sei zwar auf einen Alleingang getrimmt, doch müsse Swiss binnen drei Jahren in einer Allianz untergebracht sein.

Bisher gingen Beobachter davon aus, dass Swiss vor der Alternative steht, der von der British Airways angeführten Allianz Oneworld beizutreten oder sich von der Deutschen Lufthansa übernehmen zu lassen. Die Swiss-Aktie zog bis gegen 14.45 Uhr um knapp sechs Prozent auf 16,95 Franken an.

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