Nicht mehr nur Kaffee: Starbucks will zum Konsumgüterkonzern wachsen

Nicht mehr nur Kaffee
Starbucks will zum Konsumgüterkonzern wachsen

Vor 40 Jahren eröffnete der erste Starbucks. Zum Firmenjubiläum präsentiert Konzernchef Schultz die neue Strategie: Starbucks soll künftig für mehr stehen als nur für Kaffee - und so zum Konsumgüter-Riesen werden.
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New YorkEs war der Geruch von verbranntem Käse, der Howard Schultz aus der Fassung brachte. Die Sandwiches, die die von ihm aufgebaute Kaffee-Kette zum Frühstück verkaufte, zerstörten mit ihrem penetranten Geruch die Kaffeehaus-Atmosphäre, die einst so typisch für die Starbucks-Läden war. "Ich konnte es nicht ertragen. Wo ist die Magie in verbranntem Käse?", schreibt er in seinem neuen Buch, das er passend zum 40. Geburtstag des Kaffee-Imperiums veröffentlicht hat. Titel: "Vorwärts - wie Starbucks um sein Leben kämpfte, ohne seine Seele zu verlieren."

Zu schnell sei das Unternehmen gewachsen. Dabei habe man die Qualität aus den Augen verloren, räumt er ein. Er wusste: Er muss die Dinge wieder selbst in die Hand nehmen. Nach acht Jahren Pause kehrte er Anfang 2008 zurück an die Spitze von Starbucks, um die größte Kaffee-Kette der Welt aus der Krise zu führen. Heute, genau 40 Jahre nachdem in Seattle der erste Starbucks-Laden eröffnet hat, ist der von ihm geschaffene Konzern erfolgreicher und selbstbewusster als je zuvor.

2010 legte Starbucks das beste Ergebnis seiner Geschichte vor. Die operative Marge ist mit 17,4 Prozent fast doppelt so hoch wie 2008. An der Börse ist der Konzern inzwischen mehr wert als Lufthansa oder Adidas. Doch Schultz will mehr.

Der charismatische Manager mit dem großen Verkaufstalent will Starbucks von einer Kaffeehaus-Kette zu einem Konsumgüterkonzern ausbauen. Neben Kaffee könnten in Supermärkten künftig auch Müsliriegel, andere Snacks und Fitnessdrinks aus dem Hause Starbucks verkauft werden. "Wir arbeiten an einer Gesundheits- und Wellness-Strategie, die wir zu gegebener Zeit vorstellen werden", sagte Schultz Anfang der Woche, als er sein Buch vor Mitarbeitern am Konzernsitz in Seattle vorstellte.

Das grüne Logo mit der lächelnden Meerjungfrau hat er bereits angepasst. Die Wörter "Starbucks Coffee" sind verschwunden. Starbucks soll für mehr stehen als nur Kaffee. "Wir werden das erste Unternehmen sein, das in beiden Kanälen arbeitet", schwärmt Schultz in der "USA Today". Weder Coca Cola noch Pepsi hätten es geschafft, sowohl mit eigenen Filialen als auch in Supermärkten erfolgreich zu sein. Und die Marke soll den Kunden viel öfter begegnen als nur in den 17.000 Kaffeehäusern weltweit.

Erste Schritte hat Schultz bereits angekündigt: Anfang März trennte sich Starbucks von seiner Vertriebspartnerschaft mit dem Lebensmittelkonzern Kraft. Schultz wollte die Vermarktung in Supermärkten lieber selbst in die Hand nehmen.

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  • Werter Herr Schultz, ich gehöre zu Ihren treuen Kunden.
    Was aber Ihre neuen Ideen anbetrifft, erwarte ich eher "einen Schuß in den Ofen". Waren doch schon Ihre neulichen Experimente mit Instant Coffee ein Rohrkrepierer.

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