Niederländische Rebon kontrolliert mit Investoren die Mehrheit an der IVG
Teilzerschlagung der WCM erschwert Suche nach Investor

Roland Flach, Vorstandsvorsitzender der angeschlagenen WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG bekommt bei der Suche nach einem neuen Großaktionär möglicherweise weiteren Ärger: Der Frankfurter Holding droht nun eine Teilzerschlagung, weil die Amsterdamer Finanzholding Rebon B.V. seit gestern gemeinsam mit privaten Investoren überraschend die Mehrheit an der Bonner Immobilienholding IVG kontrolliert. Die IVG ist einer der wichtigsten Vermögenswerte der WCM.

HAMBURG.Rebon will mit diesem Schachzug offenbar das Bonner Unternehmen aus der WCM- Holding herauslösen. Damit dürfte aber das Interesse vieler potenzieller Interessenten sinken, das Aktienpaket des WCM-Großaktionärs Karl Ehlerding zu übernehmen.

WCM-Vorstandschef Flach sucht seit Monaten nach einen Investor, der die knapp 40 %ige Beteiligung des Hamburger Großaktionärs Ehlerding übernimmt und den Konzern durch eine Finanzspritze rettet. Ehlerding muss seinen WCM- Anteil verkaufen, da er privat Schulden in Höhe von 450 Mill. Euro aus Aktienspekulationen angehäuft hat.

Bei einer Teilzerschlagung würde die WCM eine ihrer wichtigsten Beteiligungen verlieren. Denn die IVG ist eine der größten Immobiliengesellschaften Europas. Die WCM ist mit 5,5 % auch an der Commerzbank beteiligt.

Flach äußerte sich zu den jüngsten Ereignissen gestern zurückhaltend: „Es ist noch offen, ob wir gegen den Vorgang juristisch vorgehen oder ihn tolerieren. Es spricht aber viel dafür, dass wir ihn tolerieren“, sagte er dem Handelsblatt.

Rebon will bei Verhandlungen mitmischen

Rebon, die gestern eine Call-Option auf IVG-Anteile ausgeübt und sich so die Kontrolle über die Mehrheit verschafft hat, will nun bei den Verhandlungen mit den Banken der hoch verschuldeten WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG, Frankfurt, mitmischen.

Die holländische Finanzholding beabsichtigt, den Gläubigerbanken ein Angebot zu unterbreiten, um zusammen mit einem strategischen Investor die Sirius GmbH zu übernehmen, über die die angeschlagene WCM AG wiederum an IVG beteiligt ist. „Es ist noch offen, wann wir ein Angebot abgeben“, sagte Rebon-Chef Martin Fervers dem Handelsblatt. Die Banken hatten zuletzt die Kredite der Sirius von mehr als 600 Mill. Euro bis Ende Oktober gestundet. Zu ihnen gehören unter anderem die HSH Nordbank sowie die DZ-Bank.

Die Sirius GmbH ist zu 52 % an IVG beteiligt. Rebon hält seit Ausübung der Call-Option einen Anteil von 42 % an Sirius, weitere 13 % werden unter anderem von der Frau des Spar-Gründers Bernhard Schmid gehalten. 45 % der Sirius-Anteile besitzt die WCM. Hinter Rebon stecken die Kaufleute Klaus-Peter Schneidewind und Clemens Vedder.

Ein Verkauf der IVG-Anteile wäre aber für den WCM-Konzern vorteilhaft. Denn die angeschlagene Beteiligungsfirma könnte damit einen großen Teil ihrer hohen Schulden abschütteln. Die WCM-Gruppe hatte im Jahr 2002 Verbindlichkeiten von mehr als 2,8 Mrd. Euro.

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