Niederländischer Handelskonzern erhöht das Eigenkapital und gibt neue Aktien aus
Ahold schockiert mit Geschäftseinbruch

Der niederländische Supermarktkonzern Ahold, der seit Februar mit den Folgen eines Bilanzskandals kämpft, hält seine Anleger in Atem. Wie die Konzernzentrale in Zaandam gestern per E-Mail mitteilen ließ, rutschte der drittgrößte Einzelhändler der Welt im dritten Quartal 2003 überraschend in die roten Zahlen.

cs DÜSSELDORF. Hatte der Lebensmittelhändler im dritten Quartal 2002 noch 159 Mill. Euro verdient, blieb diesmal unterm Strich ein Verlust von 122 Mill. Euro. Analysten hatten einen Gewinn von 13,4 Mill. Euro erwartet. Der weltweite Quartalsumsatz ging um 7 % auf 13 Mrd. Euro zurück.

Vor allem das Geschäft in den USA, wo Ahold rund drei Viertel seiner Erlöse erzielt, ist dramatisch eingebrochen. Durch die Umrechnung von Dollar in Euro entstand gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzminus von fast 10 %. Zudem führte der Preiskampf mit dem amerikanischen Lokalmatadoren Wal-Mart zu einem Gewinneinbruch: Aholds US-Supermarktketten, zu denen unter anderem Stop & Shop, Giant-Landover und Bi-Lo zählen, gaben im Vergleich zum Vorjahr über 42 % ihres operativen Gewinns ab.

Härter noch trifft es den Lieferdienst U.S. Foodservice. Die Ahold- Tochter leidet unter stark gestiegenen Einkaufspreisen. Die Probleme sind hausgemacht: Weil U.S. Foodservice im Februar zugab, die Umsätze in den vergangenen Jahren mit Bilanzierungstricks künstlich aufgeblasen zu haben, rechnen Lieferanten jetzt mit geringeren Erlösen. Die Sonderrabatte der Vergangenheit, die meist an Wachstumsziele geknüpft waren, sind dahin.

Tatsächlich fiel selbst auf der Basis der nach unten korrigierten Vorjahreszahlen der Umsatz von U.S. Foodservice um 7,3 %. Dem Ahold- Ableger brachte dies im dritten Quartal einen operativen Verlust von 43 Mill. Euro vor Firmenwertabschreibungen und außerordentlichen Belastungen. Im Jahr zuvor hatte man 92 Mill. Euro verdient.

Doch auch das Geschäft im eigenen Stammland gerät zunehmend unter Druck. In Holland hat die Konzerntochter Albert Heijn die Verkaufspreise gesenkt, um gegenüber den Wettbewerbern Marktanteile zurückzugewinnen.

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