Niederländisches Unternehmen gilt jetzt als das lukrativste Kaufobjekt in Europa
Telekomkonzerne schielen nach der KPN

Die geplante Übernahme des britischen Mobilfunkbetreibers O2 durch die spanische Telefónica heizt die Fusionsspekulationen im europäischen Telekommarkt an. Vor allem die Deutsche Telekom steht unter Zugzwang, auf Shoppingtour zu gehen.

DÜSSELDORF. Mit dem geplanten Kauf von O2 verleibt sich der spanische Telekommunikationsanbieter Telefónica eines der wenigen verbliebenen Filetstücke der europäischen Telekombranche ein. In den vergangenen Monaten hat es bereits eine Reihe von Übernahmen in der Branche gegeben. So hat etwa France Télécom den spanischen Mobilfunkanbieter Amena gekauft und die ägyptische Mobilfunkgruppe Orascom den italienischen Telekomanbieter Wind.

Das begehrteste verbleibende Übernahmeziel in Europa ist jetzt der niederländische Telekomkonzern KPN. Die Branche hat die Niederländer ebenso wie O2 schon seit langem als lukratives Kaufobjekt gehandelt. Der Grund: KPN ist klein genug, um übernommen zu werden, und besitzt mit E-Plus einen Mobilfunkanbieter in Deutschland – einem der wichtigsten Märkte Europas. Als möglicher Käufer wird vor allem die Deutsche Telekom gehandelt. Die Privatbank Sal. Oppenheim hält es etwa für denkbar, dass die Telekom nach der Übernahme von KPN ihre Tochter E-Plus an Telefónica verkauft und die Spanier der Telekom die britische O2 geben.

„Dadurch würde Telefónica in Deutschland O2 und KPN besitzen und die Zahl der deutschen Mobilfunker von vier auf drei reduzieren“, erklärt Sonia Rabussier von Sal. Oppenheim. „Die Telekom könnte die Position von T-Mobile UK verbessern.“ Die deutsche Telekom ist Europas größter Telekommunikationskonzern und kann sich mit einem Barmittelüberschuss von zehn Mrd. Euro Zukäufe gut leisten.

Aber die Bonner sind nicht der einzige Konzern mit einer gut gefüllten Kriegskasse. Alle Unternehmen der Branche haben in den vergangenen Jahren die hohen Schulden abgebaut, die sie durch zahlreiche Fusionen in der Hochphase der New Economy angehäuft hatten. Sie sind nun wieder dabei, nach Wachstumsmöglichkeiten Ausschau zu halten. „In den Heimatmärkten sind die Wachstumsmöglichkeiten begrenzt, deshalb zieht es die Unternehmen ins Ausland“, erklärt Diethard Bühler von der Unternehmensberatung Adventis. Darüber hinaus können die Telekomkonzerne durch Übernahmen Synergien nutzen und etwa höhere Rabatte beim Einkauf von Mobilfunkgeräten verlangen.

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