Niederlande Die Tulpe und das große Geld

Die Niederlande erleben einen wahren Tulpenboom: Über zwei Milliarden Stück sollen 2017 produziert werden. Die Frühlingsblume Nummer eins ist für unser Nachbarland Big Business – und das seit über 400 Jahren.
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Ausgehend von der Türkei, gelangten die bräunlichen Tulpenzwiebeln über Umwege in die Niederlande. Heute sind Tulpen nicht nur eines der Wahrzeichen des Landes, sondern auch ein wichtiges Handelsgut. Quelle: dpa
Holländische Tulpen

Ausgehend von der Türkei, gelangten die bräunlichen Tulpenzwiebeln über Umwege in die Niederlande. Heute sind Tulpen nicht nur eines der Wahrzeichen des Landes, sondern auch ein wichtiges Handelsgut.

(Foto: dpa)

AmsterdamAls Carolus Clusius vor über 400 Jahren eine Hand voll bräunlicher Zwiebeln in die holländische Erde stopfte, konnte er nicht ahnen, was dem Land einst blühen sollte. Mythen und Dramen ranken sich um die große Liebe der Niederlande: die Tulpe. Sie ist nicht nur unbestritten die Nummer eins unter den Frühlingsblumen. Sie ist Exportschlager und Ikone des Landes.

Dabei ist die Tulpe alles andere als holländisch. Der Botaniker Clusius (1526-1609) hatte die Zwiebeln von einem österreichischen Diplomaten bekommen. Und der hatte sie wiederum aus der Türkei mitgebracht. Doch erst die Holländer machten daraus die Erfolgsstory.

1594 streckten im botanischen Garten in Leiden, dem ältesten von Westeuropa, die ersten Clusius-Tulpen ihre Köpfe aus der Erde. Die Nation sei entzückt gewesen, erklärt Gerda van Uffelen vom Hortus Botanicus in der alten Universitätsstadt. „Schon damals musste man um das Tulpenbeet einen Zaun ziehen, weil die Blumen gestohlen wurden.“

Auch wirtschaftlich wurden Tulpen ein Renner. Zwar waren sie als wilde Blumen von der Türkei bis nach China schon längst bekannt. Doch der holländische Boden und das milde Seeklima erwiesen sich als ideal für die Zucht.

Die Nachfrage war groß und stieg viel schneller, als die Züchter liefern konnten. Vor allem Blumen mit geflammten Mustern waren damals sehr beliebt. Es waren goldene Zeiten für Tulpenhändler, die bereits im 17. Jahrhundert umgerechnet bis zu 30.000 Euro im Monat verdienen konnten.

Die unansehnlichen Zwiebeln wurden zur heißen Spekulantenware. Die Preise stiegen und stiegen. 1634 waren fünf Tulpenzwiebeln genauso viel wert wie ein vornehmes Grachtenhaus. Es kam, wie es kommen musste. 1637 brach der Handel zusammen, viele Spekulanten, Kaufleute, Bürger waren ruiniert. Die „Tulpenmania“ gilt als der erste Börsencrash der Geschichte.

Womit Bauern ihr Geld verdienen
Pflanzen
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Von Brotweizen über Wein, Kartoffeln und Möhren bis Zuckerrüben: Was 2016 auf deutschen Äckern wuchs, hat einen Wert von 23,9 Milliarden Euro, knapp drei Prozent weniger als im Vorjahr. Das ergibt sich aus Daten der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI). Wichtigste Posten sind Getreide und Futterpflanze.

Vieh
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Ebenso wichtig ist, was die Bauern im Stall herstellen: Fleisch, Milch und Eier. Im vergangenen Jahr lag der Produktionswert laut AMI bei 23,5 Milliarden Euro, vier Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Das lag vor allem am gesunkenen Milchpreis. Aber auch das Fleisch von Rindern, Schweinen und Geflügel sowie Eier wurden günstiger. Tausende Betriebe bieten auch Pferde-Stellplätze, viele sind Reiterhöfe.

Strom
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Gülle, Mist und Mais werden zu Biogas vergoren, auf dem Scheunendach glänzen Solarzellen und überm Acker drehen sich Windräder: Viele Bauern erzeugen Energie, insgesamt waren es im vorletzten Jahr 8.200 Megawatt – die Leistung von etwa vier Atomkraftwerken. „Von Landwirt zum Energiewirt“, war lange ein Schlagwort. Knapp 5,7 Milliarden Euro setzten die Bauern mit Strom um, wie der Bauernverband schätzt.

Urlaub
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Natur und Tiere, frische Lebensmittel und manchmal Mithilfe im Stall – das ist Urlaub auf dem Bauernhof. Rund 10.000 der etwa 280.000 Höfe in Deutschland haben Feriengäste. Die Ferienwohnungen und Gästezimmer werden immer besser gebucht. Besonders im Sommer bleibt auf dem Hof kaum noch ein Bett frei, wie aus Daten der Bundesarbeitsgemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof hervorgeht. Die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro wurde nach einer Studie des Agrarministeriums schon 2011 überschritten. Manche Betriebe mausern sich zu Erlebnisbauernhöfen – mit Kutschfahrten und Maislabyrinth.

Wald
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Knapp die Hälfte des deutschen Waldes ist Privatbesitz, jeder zehnte Hektar gehört nach der Agrarstrukturerhebung einem Landwirt. Die Preise für Holz sind zwar in den vergangenen beiden Jahren leicht gesunken, liegen aber immer noch bis zur Hälfte höher als etwa vor einem Jahrzehnt.

Hofläden
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Sie sind für viele ein wichtiger Nebenverdienst. Die Käufer sind oft Stammkunden und bereit, auf dem Hof mehr zu bezahlen als im Discounter – und im Gegenzug den Erzeuger zu kennen und genauer zu wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. 1,3 Milliarden Euro nahmen die Bauern 2015 über Direktvermarktung ein, wie eine Untersuchung der AMI ergab. Doch vom neuen Regional-Trend profitieren die Hofläden nicht. Denn auch Supermärkte setzen auf örtliche Marken.

Andere Berufe
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Für die Hälfte der Bauern ist der Hof nur ein Nebenerwerb – die Haupteinnahmequelle ist eine andere: Viele sind Facharbeiter, Arbeiter und Angestellte. Geackert und gefüttert wird vor der Arbeit und nach Feierabend, an Wochenenden und im Urlaub.

Sobald es um die Tulpe geht, geraten eben selbst die sonst so nüchternen Niederländer aus dem Häuschen. Bis heute. Die Tulpe wird besungen, gemalt, prangt auf Weinetiketten, Schlipsen, Kaffeetassen und sogar Unterhosen. Vor allem aber ist Tulipan bis heute ein gutes Geschäft.

Als weltweit größter Produzent exportieren die Niederlande jährlich für rund 1,2 Milliarden Euro Blumenzwiebeln in alle Welt. Die Hälfte davon sind Tulpen. Wichtigstes Exportland für Blumenzwiebeln aller Art ist dabei Deutschland mit 18 Prozent, gefolgt von den USA mit neun Prozent.

Für diese Saison wird Rekord angepeilt
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